Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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reuter.  Konnte  er  nicht  einfach  zu  den  Leuten  hingehen  oder  schreiben
und  nachforschen,  wie  oie  Sache  wäre?  Das  Kind  war  am  11.  Sept.
erkrankt,  und  am  20.  gestorben.  Ich  glaube,  es  wäre  die  heiligste
Pflicht,  wenn  solche  Dinge  in  die  Welt  gesetzt  werden,  zuerst  über  die
Sache  sich  zu  überzeugen.  Wenn  Jemand  das  nicht  thut,  dann  verliert
er  die  bona  fides  und  geht  über  zur  mala  fides,  Andererseits  hat  ihm
die  Anna  Hahn  erzählt,  daß  sie  einen  Schein  gesehen  habe.  In  seiner
Schrift  wird  aus  dem  Scheine  eine  Lichtgestalt,  offenbar  eine  falsche  Darstellung,
  so  daß  man  ja  offenbar  glauben  muß,  das;  stucf)  dort  wieder
irgend  ein  höheres  Wesen  erschienen  sei;  davon  hatte  die  Hahn  Nichts  gesagt,
  sondern  nur.  sie  habe  einen  Schein  gesehen.  Befragt,  ob  eine
menschliche  Gestalt  sagt  sie:  Nein,  ich  habe  nur  einen  Schein  gesehen.
Wenn  derartige  falsche  Darstellungen  vorkommen,  dann  bin  ich  der  Ansicht,
  daß  damit  auch  gleichzeitig  der  Thatbestand  des  Betruges  oder
jedenfalls  der  Hülfeleistung  jii  demselben  vorliegt,  sei  es  zum  Zwecke
des  Vortheils  der  Marp.  Kirche,  wie  die  Beschuldigung  prinzipaliter  annimmt,
  oder  um  die  drei  Kinder  und  die  Eltern  derselben  in  den  Thathandlungen
  zu  unterstützen.  Daß  der  Betrug  wissentlich  gefördert  wurde,
ist  klar  dargethan  durch  die  Schrift.  Ni.  H.,  das  ist  di?  Thatsache.
Der  Fall  Wachter  ist  ebenfalls  ausgeführt.  Sie  haben  gehört,  wie  die
Zeuoin  den  Vorfall  bekundet  hat,  und  Sie  lesen  nun  auct»,  in  welcher
Weise  dieser  Vorfall  aufgebauscht  wurde,  und  Sie  wissen,  in  welcher
Weise  das  Kind  diesen  Betrug  offenbar  gespielt  hat.  Die  Mutter  Gottes
habe  auf  die  Fragen  gesagt:  „Man  kann  dem  Pastor  Nichts  anhaben,  er
wird  viele  Drangsale  haben,  anhaben  kann  man  ihm  Nichts."  Das
ist  der  Vorfall.  Sie  sehen,  in  welcher  Weise  auch  dieser  Vorfall  in  dem
Buche  erwähnt  worden  ist.  Trotzdem  er  Kenntniß  von  den  schwierigen
Bedenken  hatte,  welche  Redakteur  Cramer  und  der  Redakteur  des  ,Ess.
Volksboten'  s,Essener  Volksztg.'sj  geäußert  haben,  hat  er,  ohne  weiter
nachzuforschen,  wiederholt  seine  Lchrift  auflegen  lassen,  und  er  hat  sogar
in  24000  Exemplaren  die  unwahren  Thatsachen  durch  Deutschland  verbreitet;
  ob  die  Schrift  in  fremde  Sprachen  übersetzt  worden  ist,  weiß
ich  nicht.  Deßhalb  liegt  also  der  Betrug  vor  nach  dem  Wortlaute  des
Gesetzes.
Wir  kommen  jetzt  zum  Dr.  Thömes.  Sie  haben,  m.  H.,  den
Beschuldigten  Thömes  in  den  vorhergegangenen  Sitzungen  hinreichend
kennen  gelernt;  Sie  haben  gesehen,  was  für  ein  erregter  Mann  er  ist,
            
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