Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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nachdem  die  Vorfälle  sich  ereignet  hatten,  der  Kaplan  Dicke  in  Marp.
erschien  —  ob  gerufen  oder  nicht,  ist  nicht  klar  —  genug,  er  erschien
bei  Pastor  Neur.  und  hat  längere  Zeit  im  Pfarrhause  zugebracht.  Er
ist  Derfeuige,  der  die  Protokolle  reoidirte,  er  ist  Derjenige,  au  den  von
Neur.  die  Stipendien  abgegeben  worden  sind,  er  hat  die  Auszüge  aus
den  Verhören  gemacht,  er  hat  die  Sachen  für  die  Gräfin  v.  Soee  besorgt,
  der  Graf  v.  Spee  hat  sich  an  Neur.  gewandt  resp.  die  Gräfin
v.  Spee.  um  Wasser  zu  e>  halten,  Dicke  besorgte  das  und  schickte  das
Wasser  hin,  und  daher  wurde  von  der  Gräfin  ein  Stipendium  geschenkt.
Et'  handelt  sich  also  nur  darum,  daß  Dicke  in  der  Sache  thätig  gewesen
  ist;  das  steht  fest.  Daun  handelt  es  sich  darum,  nachzuweisen,
daß  er  in  mutn  fid»  sich  befand.  Durch  die  Art  und  Weise,  wie  er  in
seiner  Broschüre  die  Thatsachen  als  erwiesen  aufstellt,  ohne  daß  er  sich
die  geringste  Mühe  gemacht,  der  Sache  nachzugehen,  um  zu  erforschen,
in  wie  weit  die  einzelnen  Thalsachen  erwiesen  wären,  bringt  er  nun  in
seiner  Broschüre  Thatsachen,  welche  ec  in  keiner  Weise  nachweisen  kann.
Ich  erinnere  nur  an  die  Thatsache  mit  dem  Kaufmann  Fischer  aus
Ottweiler,  dessen  Pferde  krepirt  sein  sollen.  Er  stützt  allerdings  seine
Aussagen  darauf,  daß  ihm  dieses  von  Neur.  mitgetheilt  worden  wäre,
aber  meines  Erachtens  durfte  er  nicht  die  Sache  ohne  Weiteres
weiter  verbreiten.  Es  war  das  eine  vollständige  Verläumdung  des
Kaufmanns.  Von  andern  Fällen  sagt  er  ebenfalls,  daß  sie  koustatirt
  wären,  und  daß  nie  eine  Erwiderung  erfolgt  sei;  weiter  aber
hat  er  sich  nicht  darum  bekümmert,  sondern  er  blieb  bei  dem,  was  er
einmal  aufgestellt  hatte.  Das  steht  also  fest.  Der  strafbare  Dolus  besteht
nicht  bloß  darin,  daß  man  von  einer  Sache  spricht,  von  welcher  man  nicht
überzeugt  ist,  sondern  er  besteht  auch  darin,  daß  man  nach  Lage  der
Sache  annehmen  kann,  daß  diese  bestimmten  Thatsachen  nicht  wahr  sind.
Wenn  man  durch  die  Presse  in  einer  solchen  Masse  von  Exemplaren  der
Art  die  Dinge  verbreitet,  dann  hat  man  die  moralische  Verpflichtung,
der  Sache  nach;-gehen.  Er  hat  gesagt,  daß  Alles  konstatirt  sei:  konstatirt
  war  das  Alles  aber  nicht.  Deßhalb  bin  ich  der  Meinung,  daß  er
nicht  bona  fide  gehandelt.  An  den  Vorfall,  den  er  weiter  in  seiner
Broschüre  von  dem  guten  Jakob  erzählt,  will  ich  nicht  mehr  erinnern;
er  erzählt,  daß  der  Engel  Gabriel  oder  ein  anderer  Engel  gesagt  hätte:
„Der  gute  Jakob  solle  geholt  werden,  er  müsse  sterben".  Er  nimmt  das
ohne  Weiteres  als  sicher  an,  und  beruft  sich  auch  hier  auf  Pastor  Neu-
            
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