Full text: Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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feit entfalteten und nun alles als beglaubigt in die Welt hineinschickten. 
Diese Thatsachen werden von Neur. einqerstunit, sie fanden sich zum 
Theil niedergelegt in seinen eigenen Schriften. Das war kein passives 
Verhalten, das war ein vollständiges Heraustreten aus der angeblichen 
Reserve, so dag nicht angenommen werden kann, daß er bloß die Dinge 
hat an sich herantreten lassen. Ich will nicht behaupten, daß durch diese 
Aufnahmen, die sich durch die frühere Untersuchung ergeben haben, die 
gerichtliche Untersuchung konterkarrirt oder parallisirt werden sollte; 
diese Behauptung will ich hellte nicht aufstellen, aber jedenfalls erschei¬ 
nen diese Thathandllingen, wenn überhaiipt ein Betrllg vorliegt, als die 
- eeignetsten, den Betrug mit zu unterstützen und weiter zu befördern. 
Es liegen eine Menge Briefe in der Hinsicht vor. Es liegt weiter vor, wie N e u r. 
in Korrespondenz getreten ist auch mit Personen, die ihn gewarnt, ihm abgera- 
then u ld ihn auf angebliche dämonische Erscheinungen aufmerksam ge- 
gemacht habeil; aber Neur.war nicht dazu zu bewegen, von seiner Ansicht 
abzulassen; wenn er auch hier wieder gesagt hat, er wäre nicht vollkom¬ 
men von der Nichtigkeit der Erscheinungen überzeugt, baun war es doch 
dem Publikum uild der Presse gegenüber so, daß nian vollkommen an¬ 
nehmen mußte, daß bei ihm voller Glaubeil an die Sache eintrat lind 
dann nur konnte sich der Mann so benehmen, wenn er vollständig die 
Thatsachen für wahr hielt. Wenn ih>n nun bewiesen wird, daß er an 
der angeblichen Erscheinung festgehalten hat und diese Thalhandlung 
gesetzt hat zu einer Zeit, als ihn! gesagt wurde: „Die Erscheinung ist 
unwahr!" dann liegt auch hier der Betrug vor, durch welchen er sich 
oder seiner Pfarrkirche einen Lernrögensvortheil zllfügen wollte. Es 
wurde ihm gleich von Hause ain, als er aus dem Gefängnisse entlassen 
wurde, vom Hrn. Untersuchungsrichter mitgetheilt, daß die Kinder ihre 
Behauptung, sie hätten die Teufelerscheinung und die Erscheinung des hl. 
Geistes' gesehen, zurückgenommen hätten. Ich erinnere Sie, m. H., in 
dieser Hinsicht an die bestimmte Aussage des Zeugen Kleber, daß er ihm 
das bepimmt mitgetheilt habe. Hr. Kleber hat bestiinmt gesagt, daß 
Hr. Neue. danrals konsternirt zu sein schien, aber iricht derart, daß er 
ilicht ein Verständniß von dieser Erklärung gehabt habe, und Hr. Neur. 
sagt selbst, daß er nicht so konsternirt gewesen ist. Er sagt, er habe 
das ilnr voil Hüll. erfahren, aber der Untersuchungsrichter sagt be¬ 
stimmt, daß er ihm gesagt, daß die Zurücknahme stattgefundeil hat. Sie 
hören, daß andere Leute ihm den Widerspruch mitgetheilt haben und daß
	        

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