Full text: Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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finb. Ferner hören wir, das; die Magd. Leist anfangs die Kinder in 
ihrem Hause abgemahnt hat, dann aber ebenfalls mit in den Wald ge¬ 
gangen ist, jedenfalls am 7. August bei einem angeblichen Leichenzuge. 
Es fanden in ihrer Gegenwart auch Erscheinungen des Teufels statt. 
Ihr Mann äußert sich, daß die Umlage, die von der Gemeinde 
gefordert würde, von der Mutter Gottes verboten worden sei und 
nicht gefordert werden könne. Sie soll auch im Marianneninstitut mit 
zugegen gewesen fein und gehört haben, wie die Wittwe Kunz sagte: 
„sage, wie Du immer gesagt hast." In der Sitzung hat sich dieses 
in so fern aufgeklärt, als die Ehefrau Hubertus diese Thatsache auf 
sich genommen hat, „sie sei es gewesen und nicht die Leist." Die Wittwe 
Leist bestellte ebenfalls mit Kunz ain 11. Juli das Hochamt. Sie war 
mit iu St. Wendel, als die Kinder in der Weise vorgenommen wurden 
und als die Kunz sagte: „die Kinder können ohne den Rosenkranz nicht 
mehr bestehen." Sie wußte, daN das, was gegen ihren Mann vorlag, 
auch gegen sie vorliege und auch gegen sie herangezogen werden müsse. 
Ihr Mann sagte, als die Ki ider aus der Anstalt herausgelassen waren, 
die Kinder hätten's gut gehabt, er hätte an die Sache niemals ge¬ 
glaubt und glaubte auch heute nicht dran, und trotzdem hat die Mutter 
des genannten Gnadenkindes es in derselben Weise als ein Gnadenkind 
vorgeführt; sie hat den Irrthum erregt und hat in derselben Weisesich 
des Gewerbeoergehens schuldig gemacht; deuu sie hat unbefugt ein Ge¬ 
werbe betrieben und so auch jedenfalls an den Thathandlungen ihres 
Kindes wissentlich theilgenommen. Indem sie das Kind in dieser Weise 
präsentirte, unb im Hause, wo die Erscheinung stattfand lind das alles 
geschehen ist, anwesend war, hat sie sich des Betrugs schuldig gemacht. 
Sollten Sie aber dieser Ansicht nicht sein, so liegt, lvie bei Wittwe 
Kunz, so auch bei Katharina Leist die Hülseleistung zum Betrüge im 
Sinne des § 49 vor. 
Der I o h. H u b er t u s ist der 6. der Angeklagten. Gegen ihn 
wird dieselbe Beschuldigung wie gegen die Anderen erhoben. Auch hier 
wird Bezug genommen auf ll>as ärztliche Gutachten; aber auch darauf, 
daß er schon am 5. Juli Mittags mit Recktemvald in den Wald 
gegangen ist, und daß schon Nachmittags von der angeblichen Kapelle 
die Rede gewesen sein soll, und daß sie später an einem Abende hinge¬ 
gangen sind. Die Erschnnung wurde gefragt, was sie begehre, und 
antwortete: „EineKapelle." Hubertus ist am andern Tage zum Pastor
	        

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