Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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nachher  gesehen,  wie  ein  Soldat  und  4—5  Civilisten  Geld  weggenommen
haben.
Zeugin  Märzen  aus  Bettingen  hat  am  13.  Juli,  Morgens  um
5  Ilhr,  noch  viel  Geld  an  der  Gnadenstelle  liegen  sehen,  und  zwar  so
viel,  daß  sie  bei  ihrer  Rückkehr  nach  Marpingen  gesagt  hat:  „Es  ist  eine
wahre  Schande,  daß  die  Marpinger  so  mit  dein  Gelde  umgehen,  es  so
leichtsinnig  da  liegen  lassen;  ich  würde  Jemand  5  Sgr.  geben,  wenn  er
mit  einer  Schüssel  hingehen  wollte,  um  das  Geld  aufzuraffen  und  es  den
Armen  zu  geben."
Joh.  Kuhn,  64  I.  alt,  Ackerer.
Präs.:  „Es  soll  Ihnen  etwas  davon  bekannt  sein,  daß  die  Kinder
Hubertus,  Kunz  und  Leist  Geld  abgewiesen  hätten,  was  ihnen  angeboten
  war."
Zeuge:  „Ja,  das  ist  richtig;  es  haben  die  Kinder  immer  getagt:
„Ich  nehme  kein  Geld  an."
Raute,  40  I.  alt,  Ackerer  zu  Marpingen.
Präs.:  „Ist  Ihnen  etwas  bekannt,  daß  die  Kinder  Kunz,  Hubertus
und  Leist  Geld  zurückgewiesen  haben?"
Zerr  ge:  „Sie  haben  kein  Geld  angenommen,  sondern  sie  sind  noch
fortgelaufen  und  haben  gesagt,  sie  nähmen  kein  Geld."
Präs.:  „Wissen  Sie  etwas  von  den  Eltern?"
Zeuge:  Sie  sagten:  „Das  wäre  keine  Geschichte,  um  Geld  anzunehmen."
  —  Daselbe  wird  bezeugt  von
Maria  Rufs,  50  I.  alt,  Haushälterin  aus  St.  Wendel.
Gertrud  Schneider  bezeugt,  daß  sie  am  12.  Juli  an  jenem  Tage,
an  welchem  die  Zeugin  Schwind  den  Beschuldigten  Recktenwald  an  der
Gnadenstelle  gesehen  haben  will,  diesen  vor  seinem  Hause,  mit  Holzspalten
  beschäftigt,  gesehen  hat,  dann  an  die  Gnadenstelle  ging,  dort  die
Schwind  und  einen  anderen  Recktenwald  gesehen,  welcher  rnit  dem  Beschuldigten
  keine  Aehnlichkeit  hat;  dieser  andere  Recktenwald  ist  jetzt
gestorben,  kann  also  nicht  mehr  zur  Stelle  beschafft  werden  "
Wenzel  Müller,  55  I.  a.,  Taglöhner.
Präs.:  „Ist  Ihnen  etwas  bekannt,  ob  die  Kinder  Geldgeschenke
erhallen  konnten,  aber  dieselben  abgelehnt  haben?"
Zeuge:  „Ich  war  im  Hause  bei  Frau  Kunz  und  habe  gesehen,
daß  den  Kindern  verschiedene  Male  Geld  angeboten  war,  sie  aber  dasselbe
in  keinem  Falle  angenommen  haben;  sogar  fremde  Herren  haben  gesagt'
ich  solle  ihnen  Geld  überreichen,  aber  sie  haben  ke  ns  angenommen."
            
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