Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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Verth.  Bachem:  „Der  Mann  hat  also  eine  Spezies  für  das
Genus  gesetzt,  aber  mit  Rücksicht  auf  die  Verarbeitung,  welche  die
Sache  finden  wird  und  muß,  muß  man  die  Mittel  bedauern,  und  ich
möchte  die  m  o  r  a  li  s  ch  e  V  e  r  a  n  t  w  o  rt  l  i  chk  e  it  n  ich  t  tragen  für
die  Verarbeitung,  welche  die  Sache  in  der  Presse  finden  wird."
Oberprok.:  „Wir  verhandeln  nicht  für  die  Presse,  und  wenn  das
öffentliche  Ministerium  sich  veranlaßt  fühlt,  Alles  zur  Aufklärung  der
Sache  ju  thun,  so  glaube  ich,  daß  dieses  aus  einer  loyalen  Anschauung
des  öffentlichen  Ministeriums  hervorgeht.  Ich  habe  diese  Momente  als
solche  betrachtet,  die  Beschuldigten  eher  zu  e  n  t  l  asie  n  als  zu  b  e  l  a  st  e  n,
um  zu  zeigen,  daß  nach  ganz  anderer  Richtung  hin  die  ursprünglichen
Indizien  gegangen  sind,  und  um  zu  zeigen,  daß  alle  Momente,  die  sich
im  Laufe  der  Untersuchung  ergeben  haben,  nach  bestem  Wissen  und  Gewissen
  aufgeklärt  wurden.  Daß  die  heutigen  Beschuldigten  Etwas  mit
dieser  Thatsache  zu  thun  haben,  wurde  weder  von  mir  behauptet  noch
irgend  angegeben.  Es  sind  von  mir  Motive  angegeben  worden,  weßhalb
die  Sache  nach  Speicher  hingeleitet  werden  mußte,  aber  keineswegs,
um  sie  m  t  der  heutigen  Sache  in  die  entfernteste  Verbindung  zu  bringen.
Ich  habe  nur  Motive  angeben  wollen,  weil  Zeuge  gesagt  hat,  ein  Speicheret
  Händler  sei  es  gewesen.  Man  könnte  mit  Grund  der  Untersuchung
den  Vorwurf  machen,  wenn  ein  derartiges  Moment  nicht  nach  allen
Seiten  ausgetragen  worden  märe.  Richt,  um  die  Sache  in  die  Presse
zu  werfen,  auch  nicht,  um  die  Angeklagten  zu  belasten,  sondern  lediglich
um  des  juristischen  Interesses  willen  ermähnte  ich  dieses."
Präs,  bemerkt,  daß  die  Erklärung  des  Oberprok.  genau  mit  der
seinigen  übereinstimme.
Dr.  Thomes:  „Sie  haben  gehört,  daß  ich  mich  vorgestern  der
Entlassung  des  Gensdarmen  aus  Eppelborn  widersetzt  habe.  Rach  der
jetzigen  Auseinandersetzung  widersetze  ich  nicht  mehr.  .  .  ."
Präs,  (unterbrechend):  „Wirhaben  das  gehört:  ich  muß  bemerken,
daß  ich  nicht  verstehen  kann,  -weßhalb  Sie  sich  der  Entlassung  widersetzten  ;
ich  denke,  die  Sache  ist  erledigt."
Dr.  Thömes:  „Zur  faktischen  Aufklärung  will  ich  noch  Folgendes
  bemerken:  Wir  haben  eine  längere  Auseinandersetzung  Seitens  des  Ober-Prokurators
  und  der  Vertheidigung  gehört,  so  daß  ich  meinerseits  erwartet,
  daß  man  mir  die  Rechtfertigung  meines  Verhaltens  in  diesem
Falle  erlaubt  hätte."
            
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