Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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Thömes:  „Der  Herr  Gerichtspräsident  hat  bei  meiner  Koiütituirung
  erwähnt,  daß  ich  für  das  Verlagsrecht  des  Bildes  4000  Jl.  verlangt
  habe,  und  hat  es  darum  erwähnt,  um,  wie  er  sagte,  ein  Schlaglicht
  aus  die  Sache  zu  werfen.  Ich  konstatire  hier,  das;  aus  den  Aussagen
  des  eben  verhörten  Zeugen  folgt  ..."
Prä  s.  unterbrechend  :  „Sie  haben  hier  nur  Thatsachen  zu  konstatiren."
Thömes:  „Ferner  ist  eben  erwähnt  worden,  daß  die  einzelnen
Bilder  über  die  Erscheimmg  in  Mary.  von  einander  abweichen.  Es
werden  eben  uns  Allen  und  namentlich  dem  hohen  Gerichtshöfe  täglich
neue  Räthsel  vorgestellt,  welche  tinlösbar  zil  sein  scheinen.  Falls  es  nun
dem  hohen  Gerichtshöfe  von  Interesse  ist,  die  Lösung  des  Räthsels  betreffs
  der  Verschiedenheit  der  Darstellungen  zu  erfahren,  um  daraus
pro  boniute  rei  (Wirklichkeit  der  Erscheinungen)  .  .  .
Präs,  unterbrechend:  „Bei  der  Vertheidigung  können  Sie  darauf
zurückkommen.  Uebrigens  sind  Sie  hier  des  Betruges  beschuldigt:
daruin  dürfen  Sie  über  die  mvstischeu  Sachen  bei  der  Vertheidigung  nicht
sprechen."
Bachem:  „Um  die  Sache  aus  das  Juristische  zurückzuführen,  so
wollte  der  Beschuldigte  eigentlich  sagen,  daß  er  die  4000  JL  für  eine
in  Marp.  zu  erbauende  Kapelle  bestimmt  hatte,  und  das;  ferner  die
ganze  Marpinger  Sache  ihm  nur  große  Geldverluste  brachte."
Anna  Hahn,  19  I.  alt,  Marp.  Sie  war  am  6.  Juli  1876,  an
dem  Abende,  an  welchem  die  vier  Männer  eine  Vision  gehabt  haben
wollen,  an  der  Gnadenstelle:  es  war  so  zwischen  9  und  10  Uhr;  da
hat  sie  einen  weißen  Schein  erblickt.  Auf  Befragen  erklärt  sie  ferner,
daß  sie  menschliche  Umrisse  in  der  Gestalt  nicht  hat  wahrnehmen
können.  Sie  ist  erschrocken  und  ohnmächtig  geworden.
Präs.:  „Sie  sind  einmal  darüber  gefragt  worden;  gesckah  dies
durch  den  Beschuldigten  Kapl.  Dicke?"  —  Zeugin:  „Ja,  dem  Ansehen
nach."  —  Kapl.  Dicke  bestätigt  das.
Dicke  sagte  in  seiner  Broschüre,  die  Anna  Hahn  habe  „eine  Lichtgestalt"
  gesehen;  in  der  Broschüre  von  Thömes  ist  von  „einer  hl.  Gestalt"
  die  Rede.
Präs,  zu  Dr.  Thömes:  „Haben  Sie  gehört,  was  die  Zeugin
gesagt  hat?"
Thömes  fragt,  ob  die  Zeugin  im  ersten  Verhöre  nicht  anders  ausgesagt
  habe.
            
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