Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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Beschuldigter:  Au  ihn  sei  keine  Aufforderung  ergangen.
Präsident:  Wenn  Tausende  von  Menschen  dagewesen  sind,  so
hatte  natürlich  der  Kreissekretär  die  Aufforderung  nicht  an  seden  Einzelnen
  richten  können.
Beschuldigter  erwidert,  er  sei  überhaupt  zur  Zeit  der  Aufforderung
  nicht  am  Platze  gewesen.
Vertheidiger  Advokat-Anwalt  Simons  stellt  die  Frage,  ob  der
Härtelwald  zum  Revier  des  Beschuldigten  gehörte.
Altmayer:  Ja,  zu  meinem  Revier.
Präsident:  Es  würde  sich  also  fragen,  ob  Altmayer  berechtigt
gewesen  sei,  bei  der  Aufforderung  im  Interesse  des  Forstschutzes  zu  bleiben,
oder  ob  er  die  Verpflichtung  hatte,  sich  zu  entfernen  oder  doch  der  anwesenden
Behörde  zur  Verfügung  zu  stellen.
Es  wird  nunmehr  zur  Zeugenvernehmung  geschritten:
Gensdarm  Oberleuter  bekundet,  er  sei  am  12.  Juli  1876
vom  Bürgermeister  Woytt  nach  Marpingen  geschickt  worden,  um  zu  sehen,
was  dort  im  Walde  vorgehe.  Ganz  Marpingen  sei  in  kurz-w  Zeit  in
Alarm  gewesen,  wie  in  der  Schlacht  bei  Gravelotte.  Der  Ortsvorsteher
habe  die  Sache  nicht  für  so  schlimm  gehalten  rc.  Viele  Fremde  seien
in  Marpingen  gewesen,  er  habe  ja  auch  alles  an  den  Bürgermeister  berichtet.
  Der  Bürgermeister  Woytt  und  er  (Zeuge)  hätten  vor  dem  12.
Juli  von  den  Vorfällen  in  Marpingen  nichts  gewußt,  da  der  Ortsvorsteher
  es  unterlassen,  darüber  an  den  Bürgermeister  zu  berichten.  Befragt
  über  den  Vorgang  bei  der  gesetzlichen  Aufforderung  seitens  des
Kreissekretärs  Besser  an  die  versammelte  Menge  erklärt  Zeuge,  die  Aufforderung
  sei  mit  lauter  Stimme  und  in  Pausen  erfolgt,  so  daß  die
Leute  Zeit  gehabt  hätten,  den  Platz  zu  verlassen.  Den  Beschuldigten
Altmayer  hat  Zeuge  im  Momente  der  Aufforderung  nicht  am  Platze
gesehen.
Zeuge  Woytt,  Bürgermeister  von  Alsdorf,  mit  dem  Wohnsitze  in
St.  Wendel,  bestätigt  das  vom  vorigen  Zeugen  Gesagte.  Auf  den  Bericht
  der  Gendarmen  über  den  Umfang,  beit  die  Sahe  angenommen,
hatte  er  (Zeuge)  um  militärische  Deckung  gebeten.  Als  die  Hauptszene
sich  abgespielt,  nämlich  bei  der  Aufforderung  im  Walde,  habe
der  Kr.i  sekretär  Besser  durchaus  seine  Pflicht  gethan.  Auf  das  Befragen
des  Präsidenten  bekundet  Zeuge,  daß  Besser  eine  kräftige  Stimme  habe,
und  daß  die  Aufforderung  in  aller  Form  erfolgt  sei,  die  Leute  hätten
            
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