Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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ich  habe  dem  Dr.  Thömes  nicht  gesagt,  ich  habe  noch  Zuckungen  in  den
Gliedern;  ich  habe  gesagt,  ich  hätte  keine  Schmerzen  mehr.  Ich  ging
Donnerstags  nach  Marp.  und  war  vollkommen  gesund:  mein  vorletzte?
Kind,  welches  voriges  Jahr  au  der  Kinderkrankheit  gestorben  ist,  hatte
vor  dem  Tode  keinen  Rücksa  ll  in  seine  Krankheit  mehr.
Dr.  Thömes  war  1-  oder  2mal  in  unserm  Hause,  was  da  gesagt  wor»
den  ist.  weil;  ich  nicht  mehr."  Das  ist  die  Aussage  der  Zeugin  und
können  wir  mit  der  Aussage  des  Herrn  Pros.  Scherben  beginnen.
Dr.  Matthias  Joseph  Scherben,  Professor  am  erzbischöflichen
Seminarium  in  Köln.
Präs.:  „Wie  mir  mitgetheilt  worden  ist.  sollen  Sie  darüber  Auskunft
  geben  können,  das;  der  Pastor  Neur.  sich  an  Sie  gewandt  habe,
damit  Sie  ihm  in  der  schwierigen  Page  helfen  sollten:  wann  und  in
welcher  Weise  ist  das  geschehen?"
Zeuge:  „Anfangs  September  1876."
Präs.:  „Zunächst  die  Frage,  befassen  Sie  sich  mit  der  Mystik?"
Zeuge:  „Von  Prosession  nicht,  nur  gelegentlich."
Bachem:  „Der  Zeuge  ist  Professor  der  D  o  g  m  a  t  i  k."
,  Zeuge:  „Nachdem  mir  Neureuter  geschrieben  hatte,  ich  möchte
hinüber  kommen,  da  er  sich  nicht  zu  Helsen  wisse,  und  keine  Klarheit  in
der  Sache  habe,  bin  ich  in  Altbetracht  der  Schwierigkeiten,  die  ihm  vorschwebten,
  in  den  Ferien  1877  hingefahren.  Ich  fand  ihn  in  einer  sehr
bedrängten  Lage  vor.  Er  sazte,  er  müsse  für  die  Leute  sorgen,  und
auf  der  andern  Seite  sei  er  nicht  ohne  Sorgen,  weil  er  sich  kein  vollständiges
  Urtheil  bilden  könne.  Er  habe  zuweilen  die  Kinder  verhört,
und  andere  Herrn  hätten  das  auch  gethan,  er  selbst  habe  sich  nicht  eingehend
  dam't  besassen  können,  und  er  fürchte,  wenn  er  sich  zu  viel  mit
der  Untersuchung  befasse,  werde  das  dann  übel  vermerkt  werden.  Er
hat  mir  das  Hauptsächlichste  gesagt,  und  ich  habe  ihn  auf  die  Schwierigkeiten
  aufmerksam  gemacht,  welche  jedoch  nicht  so  schwierig  waren,
daß  man  nicht  hätte  hoffen  dürfen,  im  Laufe  der  Zeit  werde  sich  eine
Lösung  derselben  finden.  Namentlich  betonte  er,  daß  nichts  Gewichtiges
gegen  die  Wirklichkeit  der  Erscheinungen  vorliege,  da  ja  die  Kinder
den  Eindruck  der  Glaubwürdigkeit  machten  und  in  den  Erscheinungen
nichts  vorgekommen  sei,  was  Gottes  unwürdig  wäre."
Prä  s.:  „W  a  n  n  war  das?"
Zeuge:  „Am  1k.  Sep'.  Pastor  Neureuter  sagte  ausdrücklich,  er
            
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