Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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Der  Präs,  bittet  den  Zeugen,  anzugeben,  wie  er  dazu  gekommen  sei.
Zeuge:  „Es  ging  ein  Gerede,  das;  sie  alle  verhaltet  würden."
Präs.:  „So,  also  die  Pastöre  würden  alle  verhaftet?"
Zeuge:  „Ja,  weiteres  habe  ick,  mir  nicht  darunter  gedacht."
Präs.:  „Wenn  das  beabsichtigt  gewesen  wäre,  ihn  zu  verhaften,
konnte  man  ihn  leichter  in  Heusweiler  finden."
Simons:  „Ich  möchte  bitten,  zu  fragen,  ob  die  Sache  nicht  so
ist,  daß  das  Militär  schon  eingerückt  und  bereits  an  Ort  und  Stelle
war  und  vom  Zeugen  gesagt  wurde,  der  Pastor  Eich  solle  nicht  hinkommen:
  das  Wort  „Hinkommen"  ist  hier  entscheidend,  und  dieser
Ausdruck:  „wenn  er  hinkäme"  rührt  von  dem  Zeugen  her.  Wer
hinkomme,  der  werde  verhaftet."
Zeuge:  „So  ist  es."
Dr.  Thömes  sagt,  das;  er  darauf  Gewicht  legt,  zu  erforschen,  ob
dem  Zeugen  nicht  bekannt  ist,  das;  er  (Thömes)  in  seiner  Gegenwart  2
Protokolle  aufgenommen  habe.
Der  Zeuge  bekundet  dies  mit  Ja.
Bachem:  „Es  liegt  dem  Beschuldigten  Dr.  Thömes  viel  daran,
zu  ko  usía  tiren,  daß  von  ihm  2  Protokolle  im  Beisein  des  Zeugen
Thomö  aufgenommen  worden  sind,  von  denen  eines  durch  die  Frau
Kunz  unterschrieben  worden  ist."
Joh.  Kinzer,  48  Jahre  alt,  Polizeidiener  in  Namborn:  „Im
Jahre  1876  bin  ich  in  Folge  meines  Dienstes  häufig  in  Marp.  gewesen,
habe  auch  mit  dem  Müller  Thon;«  in  einer  bekannten  Wirthschaft  gesprochen
  und  frug  ihn.  ob  auch  bald  die  Kapelle  gebaut  werde.  Er
sagte,  die  Einnahme  von  dem  Gelde  sei  allerdings  noch  schwach,  aber
eine  Kapelle  käme  hin,  sie  hätten  den  Plan  schon.  Auch  war  ich  einige
Male  in  der  Kirche  und  sah  eine  bedeutende  Summe  Geld  auf  dem
Altar  liegen,  sogar  einmal  einen  großen  Haufen;  taxiren  konnte  man  es
nicht  so  genau,  bin  auch  wegen  Andrang  der  Menschen  nicht  so  nahe
dahin  gekommen.  Als  ich  nachher  wieder  zurückkam.  begab  ich  mich  zii
einem  Wirthshanse  und  sprach  dem  Manne  mein  Erstaunen  aiis  üb.w
die  Masse  Geldes,  die  dort  eingekommen  war;  dieser  meinte,  das  Geld
müsse  zum  Müller  Thomö  oder  zum  Kirchenrechner  gebracht  werden."
Präs,  (zu  Müller  Thomo):  „Geben  Sie  zu,  die  Aeußerung  gemacht  zu
haben:  „„die  Kapelle  wird  doch  gebaut,  wir  haben  schon  den  Plan  dazu""  ?
T  h  o  m  é:  „Jawohl,  und  ist  dieser  Plan  von  einen;  auswärtigen
Baumeister  verfertigt  worden."
            
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