Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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Gustav  Hoff  in  aiin,  59  I.  in  Sk.  Wendel:  „Am  18.  Aug.  1877
war  ich  mit  mehreren  Kameraden  beauftragt  worden,  auszuforschen,  wo
das  Opsergeld  hinkäme.  Wir  kamen  zur  Kirche  und  sahen  durch  die
Thu,spalte,  daß  mehrere  Personen  hin-  uub  hergingen;  ich  begab  mich
dann  mit  meinen  Kameraden  zur  Sakristei  und  hoben  mich  diese  auf,
so  daß  ich  durch  das  Fenster  die  Personen  sehen  konnte.  Am  Tage
nachher  gingen  wir  zu  5  hin  und  da  sah  ich,  wie  der  Glöckner  Reckteuwald
  aus  der  Kirche  Geld  in  oie  Sakristei  trug.  Man  muß  uns  damals
  bemerkt  haben,  denn  das  Licht  wurde  ausgelöscht.  Bald  nachher
kam  Hr.  Pastor  Neue.  bis  zur  Kirchenthüre,  ging  wieder  m's  Pfarrhaus
zurück  und  eine  Kerze  wurde  an's  Fenster  gestellt.  Der  Pastor  kam
wieder  zur  Kirche  und  wurde  eingelassen."
Simons:  „Der  Beschuldigte  sagt,  er  sei  oft  noch  Abends  zur  Kirche
gegangen,  um  zu  beten  und  so  auch  an  diesem  Abend;  die  Kirche  sei
wieder  verschlossen  gewesen  und  er  habe  sich  daher  einen  Kirchenschlüssel
geholt  und  sei  zur  Kirche  hineingegangen.  Der  Zeuge  hal  früher  gesagt,
  iin  Pfarrhause  märe  mau  mit  einem  Lichte  hin-  und  hergegangen."

Zeuge  erwidert,  daß  ein  Licht  an's  Fenster  gestellt  worden  sei.
Verth.  Simons:  „Zeuge  sagt,  man  müsse  sie  bemerkt  haben,
denn  man  habe  das  Licht  ausgemacht;  Rektenwald  sagt,  er  wäre  fertig
gewesen  rind  deß  halb  habe  er  das  Licht  ausgemacht.  Ich  bemerke  dies
nur,  dainit  man  sieht,  daß  der  Zeuge  einen  falschen  Schluß  gemacht
  hat;  man  sieht  aus  diesem  einen  Falle,  wie  die  Leute  sich
die  Sacheu  in  ihrem  Kop  fe  zu  rechtgelegt  haben.  Es  scheint,
daß  die  Zeugenaussagen  in  dieser  Beziehung  gleichsam  abgeredet  sind."
Präs.:  „Der  Zeuge  hat  uns  nur  den  Eindruck  mitgetheilt,  ben
die  Sache  aus  ihn  gemacht  hat."
Zeuge  erklärte  auf  Befragen,  daß  die  Namen  der  Personen  durch
den  Gensdarm  Weber  festgestellt  worden  wären.
Gensdarm  Weber  (schon  früher  vernommen):  „Ich  war  auch  mal
an  einem  mir  nicht  mehr  erinnerlichen  Tage  zu  Marp.  an  der  Kirche,
um  zu  beobachten,  was  mit  dem  gesaininelten  Geld  geschehe.  Die  Sache
ist  mir  nicht  mehr  recht  erinnerlich,  meine  früheren  Berichte  sind  jedoch
richtig.  Die  Mädchen  sagten,  sie  hießen  Katharina  Schor  r  und
Marg.  Re  cktenwald."
Wilh.  Kuhn,  Gensdarm  in  St.  Wendel,  erklärte,  daß  er  selbst
            
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