Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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„Ich  war  am  14.  Juli  1876  bei  der  Vernehmung  des  Hrn.  Pastor  Neur.
durch  den  Regierungs-Präsident  v.  Wolfs  anwesend.  Der  Herr  Pastor
sagte,  es  sei  ein  Mann  bei  ihm  gewesen,  der  von  dem  Bau  einer
Kapelle  gesprochen  habe:  aber  er  (der  Pastor)  habe  ihm  gesagt,  das;
dazu  viel  Geld  nöthig  sei.  Herr  Woytt  bemerkte  hierbei,  das;  man
auch  die  polizeiliche  Genehmigung  zum  Bauen  besitzen  müsse.  Pastor
Neur.  konnte  nicht  den  Namen  des  Mannes  angeben.  —  Am  13.  Juli
1876  war  ich  im  Härtelwalde  und  habe  bie  Seilte  3mal  aufgefordert,  sich
zu  entfernen;  ich  kann  jedoch  nicht  sagen,  ob  der  Förster  Altmayer
damals  dort  war  und  der  Aufforderung  nicht  Folge  geleistet  hat."
Oberprok.  bemerkt,  das;  Besser  nicht  der  Justizbehörde,  sondern
der  Regierung  in  Trier  die  erste  Anzeige  gemacht  habe.  Erst  auf  telegraphische
  Anfrage  hat  er  (Oberpr.)  am  14.  Juli  Nachricht  erhalten.
Katharina  Stürmer,  Wittwe  von  Joh.  Matth.  Dubitscher,  59
I.  alt,  zu  Urexweiler,  ist  am  11.  oder  12.  Juli  an  der  Gnadeustelle
gewesen  nnd  hat  viele  Leute  gesehen  und  auch  gefragt,  wo  die  Kinder
wären.  Ein  Mann  habe  ihr  gesagt:  „Da  sind  sie,  iinb  das  Kind  ist
mein  Kindsie  wisse  nicht,  ob  es  der  Vater  der  Leist  oder  der  Hubertus
  gewesen,  oder  ob  der  Manu  sie  getäuscht  habe.  Sie  habe  dann
weiter  gefragt,  wann  die  Mutter  Gottes  erscheinen  werde;  der  Mann
habe  ihr  geantwortet,  um  4  oder  5  Uhr.
Auf  die  Bemerkung  des  Präs.,  früher  habe  sie  ausgesagt:  „um
4'/«  bis  5  Uhr",  sagt  Zeugin:  „Ja,  dann  muff  es  auch  so  richtig  sein;
ich  halte  meine  frühere  Aussage  aufrecht."
Thömes  bittet,  die  Zeugin  zu  fragen,  ob  man  ihr  gesagt  habe,
die  Erscheinung  werde  an  diesem,  oder  am  folgenden  Tage
kommen.
Zeugin:  „Nein,  an  diesem  Tage."
Christian  Wo  l  f,  41  I.  alt,  Pastor  in  Neuforweiler,  hat  i.  I.
1876  mit  Pastor  Neurenter  eine  Unterredung  gehabt.  Als  in  Marpingen
die  Mutter  Gottes  erschienen  ist,  sind  viele  Leure  aus  seiner  Pfarrei
dorthin  gepilgert;  als  Seelsorger  hat  er  sich  für  verpflichtet  gehalten,
der  Sache  auf  den  Grund  zu  gehen.  Er  hat  sich  erst  brieflich  an  Pastor
Neureuter  gewandt,  dann  ist  er  selbst  nach  Marpingen  gegangen  und
hat  mit  Pastor  Neureuter  darüber  geredet,  aber  Alles,  was  ihm  Pastor
Neurenler  gesagt,  hat  ihn  nicht  überzeugen  können,  das;  an  der  Sache
etioas  sein  könne.  Er  hat  darauf  den  Past.  Neur.  gefragt:  „Glauben
            
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