Full text: Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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worauf dieses seinen Namen schrieb; ein. anderes Kind hatte ein anderes 
Bildchen bei sich, der Vater der Hubertus wollte nicht haben, daß sein 
Kind seinen Namen darauf schreibe, was auf mich den Eindruck machte, 
daß der Vater sich deßhalb weigere, weil er dieses Bildchen nicht bezahlt 
bekomme. 
Franz Sander, Schreiner in Tholey. Derselbe bekundet: „In 
dem Hause des Gerbers Gilleu in Tholey ist am 13. Juli ein Mann 
gewesen, welcher sagte, die Mutter Gottes wünsche, daß eine Kapelle 
gebaut würde, wozu Jeder ein Scherfleiu beitragen solle; als ich er¬ 
widerte, daß ich nicht an die Erscheinung glaube, sagte er, es würden 
noch mehr Wunder geschehen, die Todten würden auferstehen, und da 
bin ich fortgegangen; wer es war, weiß ich nicht; Hubertus war es 
nicht, denn dieser ist mir bald nachher koufrontirt worden." 
Franz Gilleu, 64 I. a., Gerber in Tholey, kannte auch den Manu 
nicht, weiß sich nur zu erinnern, daß der Mann bei ihm gewesen ist. 
Johann Friedrich Schwan, 45 I. alt, Kaufmann in Tholey: 
„Ich bin auch im Härtelwalde gewesen, wo ich den Leist, den ich kannte, 
sah. Dann ist die Margaretha Leist einmal mit 2 Kindern bei mir ge¬ 
wesen und sagte, die Mutter Gottes habe die Kinder von Marp. bis Tholey 
begleitet. Ich nahm die Kinder in mein Zimmer und erhielt erst nach 
längerm Fragen von denselben Antworten; sie sagten, die Mutter 
Gottes habe ganz goldig ausgesehen." 
Friedensrichter Gatzen aus Tholey bemerkt, daß Zeuge bei der 
ersten Vernehmung ausgesagt habe, er habe den Kindern Zuckersteinchen 
versprochen. 
Zen ge sagt, daß Kaufleute die Gewohnheit haben, solche den 
Kindern zu geben. 
Wilhelm Schneider, Gastwirth, 48 I. alt, in Tholey, sagt aus, 
daß am Pfingstmontage 1877 zwei Frauen bei ihm eingekehrt wären, 
welche je einen Krug Marp. Wasser bei sich hatten. Dieselben hätten 
erzählt, daß sie bei Leist in Marp. gewesen und für die Krüge Wasser 
einige Groschen bezahlt hätten. Nach der Erzählung habe die Fran 
Franzen mit ihrer kranken Tochter in Leist's Hause eine Nacht geschlafen, 
und habe das Kind auch die Mutter Gottes gesehen; diese habe gesagt, 
sie müsse so und so viel beten, dann würde sie geheilt; dann habe die 
Mutter Gottes gesagt, sie komme jetzt nicht mehr wieder. 
Hugo Besser, Kreissekretär in Trier, früher in St. Wendel:
	        

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