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Untersuchungsrichter Kleber, welcher diese Zeugenaussagen ausgenommen,
in seiner Eigenschaft als Zeuge dieselben wiederholen.
Verth. Simons: „Ich beantrage Verlesung, weil dieselbe nicht
durch das Gesetz verboten wird imb weil es Praxis sowohl des hiesigen
als auch aller anderen Gerichte ist."
Ober-Pro kur.: „Nach der Verordnung vom 11. Oktober 1>'40
ist es nicht gestattet; wenn es doch mißbräuchlicher Weise geschehen ist,
so kann das für uns nicht maßgebend sein."
Vertheid. Simons: „In der Verordnung steht, wenn der Zeuge
geladen und nicht erschienen ist, dann hat der Beschuldigte ein Recht,
die Verlesung zu verlangen; es steht aber nicht in derselben, daß, wenn
er nicht geladen ist, die Verlesung unterbleiben müsse; wenn es sonst
geschehen ist, weßhalb soll es heute nicht geschehen?"
Oberprok.: „Die Verordnung setzt voraus, daß eine Ladung geschehen
sei."
Präs.: „DieVertheidigung stimmt mit dem Hm. Oberprok. darin
überein, daß der Beschuldigte nicht berechtigt ist, die Verlesung zu
fordern; ob sie zulässig sei, wird das Gericht entscheiden."
Das Richterkollegium zieht sich zur Berathung zurück und verkündet
den Beschluß, daß die protokollarischen Aussagen verlesen werden sollen;
es sei gesetzlich zulässig, nicht bloß eidliche, sondern sogar unvereidete
Aussagen Abwesender zu verlesen.
Verlesung der Aussage des G r e g o r i u s: Ein Mann hat mir erzählt,
vor Jahren sei auch so eine Wunder-Geschichte in Alsweiler passirt; ich
meine, er habe gesagt, die (beim Gespräche anwesende) Frau Leist sei
daran betheiligt gewesen. Letzeres kann ich nicht sicher behaupten. Wer
das aus Alsweiler gesagt hat, kann ich nicht sagen.
Peter Scherer erklärt, er sei Gegner solcher Erscheinungen. Es
ging das Gerücht, daß die Lehrerin Andre mit den Kindern im Walde
gewesen sei; ob dasselbe begründet, könne er nicht bezeugen; er hat den
Rath gegeben, zu bewirken, daß zu den 4000 JL, welche die Gemeinde Marp.
zahlen muß, nur jene beizutragen haben, welche an der Geschichte Schuld sind.
Manche Kranke, welche die vorgeschriebenen Gebete verrichtet haben, sind
doch gestorben. Zeuge behauptet ferner, daß Kaplan Dicke ein Protokoll
aufgenommen und gleichzeitig mit Pastor Schneider die Hoffnung ausgesprochen,
daß die Mutter Gottes die Liberalen hernehmen werde. Der
Verstorbene Fuchs habe gesagt, die Mutter Gottes solle sich allen Men¬