Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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Nreitthntt  Zjhung.
Dienstag  den  11.  März,  Vorm,  von  1)  bis  1  Uhr.
Zeuge  Jonen,  Gensdarm  in  Saarbrücken,  nachträglich  geladen,  sagt,
dal;  die  gestern  Morgen  verhaftete  Frau  Blies  aus  dein  Wege  zum
Gefängnisse  zweimal  zu  ihm  gesagt  habe:  „Das  ist  der  Weg  für
mich  zum  Himmel."
Präs.:  „Die  4  Männer  aus  Marp.,  welche  zuerst  behaupteten,
die  Erscheinung  gesehen  zu  haben,  sind  am  31.  Okt.  1876  verhaftet  und
am  16.  Nov.  wieder  entlassen  worden:  der  Beschuldigte  Hahn  hat  aber
erst  nach  der  Entlassung  dieser  4  Männer  gesagt,  auch  er  habe
eine  Erscheinung  gesehen,  also  dann  erst,  als  er  nicht  mehr  Strafe  befürchtete.
  Und  doch  behauptet  er,  durch  sein  Gewissen  zu  solchem  Geständnisse
  gedrängt  worden  zu  sein.  Das  ist  derselbe  Mann,  welcher
gestern  überführt  worden  ist,  die  Knaben  zu  falschem  Zeugnisse  angeleitet
zn  haben!"  —  Aus  der  zweiten  Broschüre  des  Herrn.  Dr.  T  h  ö  m  e  s  wird
eine  Erklärung  dieser  4  Männer  verlesen.  Der  Beschuldigte  Klotz  erklärt,
  das;  er  zwar  die  Erklärung  unterschrieben,  den  Inhalt  jedoch  nicht
ganz  verstanden  habe.  In  den  Broschüren  ist  gesagt,  er  habe  einen
„leuchtenden  Zweig"  gesehen;  Klotz  sagt,  es  sei  nur  ein  Hölzchen  von
119  Zoll  Länge  gewesen.  —  Neur.  glaubt,  er  sei  nur  einmal  zufällig
an  der  Gnadenstelle  gewesen:  aus  seinem  Notizbuche  wird  ihm  entgegengehalten,
  daß  er  auch  einmal  mit  Recktenw.  dort  war:  Neur.  gibt
das  zu.
Frau  B  i  n  g  e  m  e  r  hat  eine  Nacht  die  kranke  Marg.  Kunz  gepflegt,
aber  nichts  über  die  Erscheinungen  mit  ihr  gesprochen.
Kath.  Grob  aus  Eppelborn  hat  in  einem  Hause,  welches  ihr  als
das  der  Frau  Kunz  bezeichnet  worden,  ein  Büchelchen  gekauft.  —  Simons:
  „Ein  auswärtiger  Kolporteur  verkaufte  sie."
S  ch  e  d  l  e  r  aus  Tholey  war  an  dem  Morgen  des  Tages,  an  welchem
die  Soldaten  kamen,  im  Hürtxlwalde;  es  waren  viele  Leute  dort:  er
hat  eiue  Frauenstimme  vernommen,  welche  sagte:  „die  Muttergottes
kommt  heute  nicht":  die  Frau  hat  er  nicht  gekannt:  ein  mit  Kränzen
geziertes  Postament  hat  da  gestanden,  daneben  ein  Kartofselkorb  voll
Geld,  mit  Thalern,  5-Groschenstücken  und  Münze:  die  Kinder  hat  er
nicht  gesehen.
Frau  Gerber  aus  Tholey  hat  am  13.  Juli  im  Härtelwalde  zwei
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