Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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gefragt.  Pastor  Neur.  hat  gesagt,  er  könne  noch  kein  U  r  -
itjoit  abgeben,  es  müßte  abgewartet  werden,  was  daraus
  w  ü  r  d  c.
Pastor  Schneider  bemerkt  zur  Aufklärung.  im  Monat  August
habe  er  vernommen,  daß  eine  Haussuchung  bei  ihm  bevorstehe.  Als
nun  Kaplan  Dicke  von  ihm  Abschied  genommen,  habe  er  demselben  gerathen,
  die  Briefe  an  ihn  unter  der  Adresse  des  Lehrers  Klaus  zu
schreiben,  damit  dieselben  nicht  mit  Beschlag  belegt  würden.
Joseph  Beit.  Schneider  in  Niederhofen,  hat  am  l3.  Juli  1876
gehört,  cs  soll  an  jenem  Tage  besonders  schön  werden;  drei  Geistliche
find  ihm  begegnet,  er  hat  sie  aber  nich!  genau  beachtet;  es  wurde  Geld
in  kleineren  Münzen  geopfert.  Zeuge  weiß  nicht  mehr,  ob  Stücke  von
1  J/,  und  7*  &
Präs.:  „Sie  haben  es  früher  gesagt."
Zeuge:  „Tann  wird  es  wohl  auch  so  sein".
Johann  Beit  hat  gesehen,  daß  Geld  dort  in  einer  Grube  gelegen
hat  und  mit  Erde  vermengt  war;  er  konnte  nicht  schätzen,  wie  viel  Geld.
Matthias  Schäfer  aus  Niederhofen:  „Ich  habe  gesehen,  daß  Leute
Geld  b.t  dem  Kreuze  geopfert  haben,  weiß  aber  nickt,  wer  es  weggenommen
  hat;  viele  Leute  wollten  Eide  mitnehmen  und  darum  grtib  man
eine  Kaule."
Verth.  Simons:  konstatirt,  daß  die  Kaulen  entstanden  sind  in
Folge  des  Wunsches  der  Leute,  von  der  Erde  mit  sich  zu  nehmen.  Ec
fragt  den  Zeugen,  ob  das  Geld  in  die  Kaulen  gelegt  worden  sei.
Zeuge:  „Das  Geld  hat  neben  den  Kaulen  gelegen."
Schäfer  aus  Tirmingen:  „Bei  meiner  Anwesenheit  an  der  Gnadenstelle
  am  12.  Juli  1876  habe  ich  2  Mädchen  bemerkt,  denen  die
Pilger  Geld  gaben;  sie  waren  16  bis  17  Jahre  alt,  ich  habe  sie  nicht
gekannt,  und  kenne  sie  nicht  mehr;  zwei  Männer  haben  Erde  ausgegraben,
  ich  glaube,  sie  hießen  Johann  Krenz  und  Michel  Schuh.  —
Zetige  wird  aufgefordert,  sich  den  Beschuldigten  Rektenwald  anzusehen;
er  erklärt,  dieser  sei  es  nicht  gewesen,  denn  jener  Mann  habe  kräftiger
ausgesehen.
            
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