Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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Aussage  der  Andrä  richtig  ist,  mit  welcher  ja  das  Gespräch  barmonirt,
  welche-  nach  der  Aussage  der  Grady  am  6.  zwischen  ihr  und
Andre  stattfand,  dann  ist  gar  nichts  Anfallendes,  da  ja  dann
die  Andre  und  Dubitscher  am  5.  bei  ihrer  Anwesenheit  in  Urexweiler
noch  gar  keine  Kunde  von  der  Cache  hatten.
Vernehmung  der  Eheleute  Kirsch.  Ein  Kind  der  Eheleute
Kirsch  sollte  wunderbar  geheilt  sein;  Dr.  Vrauneck  in  St.  Wendel
erklärte  den  Vorgang  für  einen  ganz  natürlichen;  dagegen  erschien  in  den
Blattern  eine  von  den  Eheleuten  Kirsch  ergangene  Erklärung  vom  13.  Aug.
1876.
Der  Vater  Jakob  Kirsch  tritt  als  Zeuge  vor;  der  Präsident
fordert,  um  nicht  so  laut  reden  zu  müssen,  den  Zeugen  auf,  sich  näher
zum  Richterkollegium  zu  stellen;  die  beiden  Vertheidiger  stellen  sich  auch
oben  hin.  Der  Zeuge  hat  früher,  als  eine  Untersuchung  gegen  ihn  als
Beschuldigten  wegen  dieser  Erklärung  geführt  wurde,  erklärt,  er  selbst
habe  den  Artikel  gemacht;  heute  erklärt  Zeuge,  er  habe  ihn  g  e  s  ch  r  i  e*
b  e  n.  Der  Beschuldigte  Pastor  Schneider  gesteht  zu,  daß  er  der  Verfasser
  des  Artikels  sei.  Der  Präs.  rügt  den  Beschuldigten  Schneider,
daß  er  ohne  Erlaubniß  gesprochen;  er  könne  es  aus  den  Akten  erweisen,
dass  Schneider  der  Verfasser  sei.  Es  wird  ein  aus  Trier  datirter,  im
Hause  des  Herrn  Schneider  gefundener  Brief  verlesen,  in  welchem  nach
Art  eines  juristischen  Gutachtens  die  Ansicht  ausgesprochen  und  begründet
wird,  daß  der  Empfänger  des  Briefes  wegen  des  in  Rede  stehenden
Artikels  nicht  gerichtlich  belangt  werden  könne;  die  Unterschrift  unter
dem  Briefe  ist  unleserlich.  Ferner  wird  ein  Brief  des  Pastors  S  ch  n  e  ider
  an  Kaplan  Dicke  verlesen,  welcher  bei  letzterem  gefunden  worden
ist;  in  demselben  kommen  die  Worte  vor:  „Eine  Untersuchung  hat  nicht
stattgefunden;  der  Doktor  scheint  sich  eines  Besseren  besonnen  zu  haben;
wie  schwer  ist  er  blamirt!"  In  dem  Briefe  wird  ferner  Folgendes  erzählt:
  „Die  Lehrerin  Andr«,  welche  versetzt  worden,  habe  eine  Reise
nach  Trier  zum  Herrn  Regierungspräsidenten  angetreten,  und  habe  nicht
vorgehabt,  an  demselben  Abende  wieder  in  Marpingen  zu  sein;  nun  aber
hätten  die  Kinder  geweissagt,  die  Lehrerin  werde  den  Mann  in  Trier
nicht  treffen,  werde  an  demselben  Abende  zurückkehren  und  ihre  Versetzung
werde  keine  dauernde  sein;  die  2  ersten  Punkte  seien  eingetroffen  und
der  letztere  durch  den  Rcgierungsrath  Kellner  in  Aussicht  gestellt  worden.
Betreffs  der  Heilung  des  damals  7'/,  Jahre  alten  Kindes  sagt
            
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