Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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Prüf,  liest  eine  Stelle  aus  der  Broschüre  non  Cramer  vor,  in
welcher  derselbe  auf  kleine  Widersprüche  in  den  Aussagen  der  Kinder
aufmerksam  macht  und  überhaupt  große  Vorsicht  emvftehlt.  In  Cramer'-Broschüre
  gehe  diese  Bemerkung  unmittelbar  der  Geschichte  vom  „guteir
Jakob"  (dem  krankn:  Kinde)  vorher,  das  habe  ihn  (Ticke)  doch  bedenklich
machen  müssen.  —  Ticke  bemerkt,  über  die  Kinder  habe  er  sich  selbst
ei,:  Urtheil  gebildet.  —  Verth.  Bachem  will  sprechen.  —  Ter  Präs,
will  ihm  nur  zu  einer  faktischen  A  u  f  k  l  ä  r  u  n  g  das  Wort  gestatten.
Verth.  Bachem:  „Der  Hr.  Präsident  hat  gesagt,  die  Sache  vom
„„guten  Jakob""  sei  von  Belang  für  die  Beurtheilung  der  Glaubwürdigkeit
  der  Kinder;  nun  aber  sind  es  gar  nicht  die  Kinder
geivesen,  welche  gesagt  haben,  daß  Jakob  am  11.  gesund  gewesen  su;
dies  ist  nur  von  den  Schriftstellern  behauptet  worden."
Präs,  fragt  den  Tr.  Thö  nies  nach  der  Quelle  seiner  Geschichte
über  den  „guten  Jakob".
Dr.  Thömes:  Diese  Sache  habe  sich  3—4  Tage  vor  seiner  Ankunft
  in  Warp,  zugetragen;  er  habe  erst  in  St.  Wendel  davon  gehört
und  habe  damals  Nichts  darauf  gegeben;  in  Marp.  habe  er  sich  die
Sache  von  Pastor  Neur.  ganz  ausführlich  erzählen  lasten.  Das  Gehörte
habe  er  in  seiner  Broschüre  nur  kurz  und  rein  sachlich  dargestellt;  er
habe  sich  vorgenommen,  gewissenhaft  die  Begebenheiten  darzustellen,  und
bei  seiner  rein  chronologischen  Darstellung  habe  er,  durch  seine  Piäventiv-Flucht
  gehindert,  die  Dinge  nur  bis  zum  13.  Juli  genau  prüfen
können.  Uebrigens  werde  dadurch,  taß  das  Kind  schon  früher  krank  gewesen,
  an  dem  Charakter  der  Prophezeiung  Nichts  geändert.
Pastor  Neur.:  So  viel  er  sich  erinnere,  habe  er  zuerst  die  Erzählung
  der  Kinder  gehört;  dann  erst  habe  ihm  die  Mutter  gemeldet,
daß  da^  Kind  krank  sei;  daß  es  bereits  am  11.  Sept.  krank  gewesen,
habe  er  nicht  gewußt;  in  dieser  Aufeinanderfolge  habe  er  die  Sache  den
schriststellernden  Herren  erzählt;  bei  der  Frau  Schnur  habe  er  sich  nicht
darnach  erkundigt.
Präs.:  Es  wäre  doch  ein  sonderbarer  Streich  von  einem  Engel,,
zu  sagen,  daß  ein  gesunder  Mensch  sterben  solle;  darum  mußte  er  allerdings
  verbieten,  Mitteilung  davon  zu  machen.
Pastor  Neur.  sagt,  es  sei  den  Kindern  verboten  gewesen,  das  den
Eltern  des  betreffenden  Kindes  zu  erzählen.
Tr.  Thömes  bemerkt  noch,  daß  in  Marpingen  ein  gewisser  Fuchs
            
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