Full text: Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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aber Nichts gesehen; er hat von den Leuten gehört, das; dir Kinder eine 
Erscheinung gesehen. Von den Fragen und Antworten hat er Nichts 
gehört; er hat nur gesehen, daß die Kinder schön da gekniet haben. 
Vertheid. Simons bittet, den Zeugen über den früheren Zustand 
Reckteuwald's und dessen Heilung zu fragen. 
Zeuge glaubt, das; Recktenwald wuuderbargeheiltworden ist. 
Präs, glaubt, dast Necktenwald jetzt noch mit dem Stocke gehe; 
cs wird sofort ermittelt, daß der Präsident sich in der Person geirrt hat; 
ein and er er Beschuldigter geht am Stocke, aber nicht der Beschul¬ 
digte Recktenwald. 
Zeuge sagt, Recktenwald sei sein nächster Nachbar; er habe 
die meiste Zeit im Bette gelegen, sei selten ausgegangen, und dann nur 
mit dem Stocke; er habe sich dann stets den Rock zuknöpfen müssen vor 
der Zu stuft ; nach der wunderbaren Heilung habe er den 
Stock nicht mehr gebraucht. 
Ehefrau Schnur, 27 I. a., aus Marp. Am 4. Juli Abends 
seien die Kinder an ihrem Hause vorbei und in den Wald gegangen; 
da sei sie ihnen nachgegangen, habe aber Nichts gesehen und auch nicht 
beten gehört, soweit nämlich sei sie nicht vorgegangen: daraus sei sie 
gleich wieder nach Hause zurückgekehrt: in jener Zeit sei ihr Kindchen 
gestorben. 
Präs.- „Erinnert Ihr Euch noch, wie lange Euer Kind noch ge¬ 
sund und wie lange es krank war?" 
Zeugin: „So genau weist ich das nicht mehr." 
Präs.: „Habt Ihr bei der früheren Vernehmung die Wahrheit 
gesagt?" 
Zeugin: „Ja." 
Präs: „Damals habt Ihr gesagt, es sei 11 Tage krank gewesen; 
am 9. sei es krank geworden und am 20. gestorben. Sind einmal die 
Kinder Leist, Kunz und Hubertus zu Euch in's Hans gekommen?" 
Zeugin: „Die Kinder hatten bei uns Aus- und Eingang im 
Hause." 
Präs.: „War Euer Kind schon krank, als sie einmal bei Euch 
waren?" 
Zeugin: „Ja." 
Präs.: „Waren sie oft in Euerm Hause?" 
Zeugin: „Nein."
	        

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