Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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Unterbrechung  durch  den  Präsidenten.  Der  Oberprokurator
  hat  die  Bemerkung  des  Dr.  Thömes  nicht  verstanden  und  bittet,
dieselbe  ih,n  zu  wiederholen.  Oberprokurator  hält  das  für  eine
in  öffentlicher  Sitzung  begangene  Beleidigung  und  bittet,  diese  Erklärung
  einstweilen  zu  Protokoll  zu  nehmen,  da  zur  strafrechtlichen  Verfolgung
  ein  Antrag  vorliegen  müsse.  Dr.  Thömes  will  weiter  sprechen,
wird  aber  vom  Präs  id  enten  unterbrochen.  Tr.  T  hö  mes:  Er  habe
etwas  Thatsächliches  zu  erklären:  durch  seine  Frage  habe  er  konstatiren
lassen  wellen,  daß  bei  die'er  Zeugin  nicht  eine  schlimmere  Konfusion  in
den  Daten  untergelaufen  sei,  als  gestern  bei  Referendar  Dr.  Strauß.
Katharina  Schnur,  22  I.  alt,  aus  Marpingen,  war  am  4.
Juli  in  der  Abenddämmerung  gegen  8  Uhr  mit  den  Kindern  Kunz,  Leist
u.  s.  w.  im  Härtelwalde.  Sie  folgte  denselben  in  einer  Entfernung
von  7  bis  8  Schritten.  Was  da  geschehen,  weiß  sie  nicht  mehr.  Die
Kinder  Hütten  niedergekniet  und  die  Leute  Hütten  gefragt  (wer?  wisse
sie  nicht),  ob  sie  die  Mutter  Gottes  sähen.  Anfangs  hätten  die  Kinder
„Nein"  geschüttelt  und  nachher  „Ja"  genickt.  Sie  habe  Nichts  g  e  s  e  h  e  n.
Als  es  dunkel  gewesen,  sei  sie  nach  gegangen.
Präsident  ruft  die  Zeugin  Langendörfer  vor  und  bemerkt,
sie  sage,  es  sei  um  6  Uhr  gewesen,  während  die  Zeugni  Schnur  von  8
Uhr  spreche.  Das  sei  ein  Widerspruch  und  eine  der  Zeuginen
müsse  lügen.
Anna  Blies,  18  I.  a.,  aus  Marpingen,  ist  mit  L  e  i  st  verwandt.
Sie  ist  am  4.  Juli  1876  mit  den  Kindern  Kunz,  Leist  u.  s.  w.  im
Härtelwalde  gewesen,  als  es  anfing,  dunkelju  werden.  Die  Kinder
knieten  nieder  und  beteten.  Sie  wurden  gefragt,  ob  sie  etwis  sähen.
Anfangs  schüttelten  sie  „N  e  i  n"  und  bei  der  zweiten  Frage  „Ja".  Zeugin
kann  sich  nicht  mehr  genau  erinnern,  was  gefragt  wurde,  da  es  schon
drei  Jahre  her  ist.  Die  Kinder  fragten  die  Erscheinung:  „Wäschen
wer  bint  ihr?"  Eine  Antwprt  hat  die  Zeugin  nicht  vernommen.
Die  Kinder  erzählten,  die  Erscheinung  habe  gesagt,  „sie  sei  die  unbefleckte
Empfangene".  Zeugin  weiß  nicht,  ob  Jemand  die  Kinder  veranlaßt
hat,  diese  Frage  zu  stellen;  sie  hörte  und  sah  Nichts  von  Erscheinungen,
nur  die  Kinder  sahen  sie.
Jakob  Lies,  22  I.  a..  aus  Marp.  ist  mit  der  Leist  verwandt;
er  ist  am  4.  Juli  1876  in  den  Wald  gegangen;  als  er  dorthin  kam,
knieten  die  Kinder  da;  er  hat  6  bis  7  Schritte  davon  gestanden,  hat
            
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