Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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Gottes  aber  nicht  gesehen.  Ter  Vater  hat  ihr  nicht  gedroht,  sie  zn
Prügeln,  wenn  sie  etwas  sagte.  Das  Mädchen  ist  auch  mit  den  Kindern
  nach  Hause  gegangen,  ist  nicht  weggelaufen;  unterwegs  haben  die
Kinder  nichts  gesagt.
Oberprokuratoc  konstaiirt,  das;  erst  im  Laufe  der  Un'ersuchuug
festgestellt  wurde,  daß  die  A  ina  Meisberger  mit  im  Walde  gewesen  sei;
die  Kinder  Hütten  nichts  davon  ge'agt.  —  Der  Präs.  bestätigt  dies.
Mich.  Meisberger  a.  Marp.,  Vater  der  Anna  Meisb.,  hat  es
nicht  gewußt,  daß  sein  Töchterchou  am  3.  Juli  mit  den  3  Kindern  im
Walde  gewesen,  er  hat  es  erst  bei  der  Untersuchung  erfahren;  er  hat
das  Kind  auch  nicht  durch  Bedrohung  mit  Prügel  abgehalten,  etwas  zu
sagen.  Als  mau  ihm  ge'agt,  die  anderen  Kinder  hätten  etwas  gesehen,
weil  sie  unschuldige  Kinder  seien,  hibe  er  gesagt,  sein  Kind  sei  gerade
so,  wie  jedes  andere.
Präs.:  „Ist  cs  ein  braves  Kind?"  —  Zeuge:  „Bo  weit  ich  es
kenne."  —  Präs.:  „Tie  sind  auch  katholisch?"  —  Zeuge:  „Ja."
Eva  Langendör-fer,  2l  I.  alt,  aus  Marp.;  ihre  Mutter  und
die  der  kleinen  Hubertus  sind  Geschwister.  Tie  sagt,  sie  sei  am  3.  Juli
1876  mit  den  Kinder»  im  Härklwalde  gewesen.
Der  Präs.  bittet  sie.  wohl  zu  bedenken,  ob  es  an:  3.  Juli
gewesen.
Zeugin:  Es  sei  am  ersten  Ab  nd  gewesen,  sie  habe  nichts  gesehen,
  wisse  auch  nicht,  welche  Kinder  dabei  gewesen  seien,  es  seien  auch
Erwachsene  dabei  gewesen.  Die  Kinder  seien  zum  zweiten  Male  in  den
Wald  gegangen,  da  fei  sie  hinten  drein  gegan  en.  Es  sei  Abends  gewesen.
  —  Präs.  bittet  die  Zeugin,  sich  nochmals  wohl  zu  bedenken,
er  habe  ihr  jetzt  Bedenkzeit  genug  gegeben.  —  Zeugin:  Ja,  es  sei
Abends  gegen  6  Uhr  gewesen.
Präs.:  Bei  Ihrer  Vernehmung  am  22.  Juli  haben  Sie  gesagt,
Sie  seien  am  4.  Juli  Abends  am  Gnadenorte  gewesen,  und  seien  etwas
später  als  die  Wunderkinder  dort  angekommen.
Zeugin  weiß  nicht  ganz  genau,  ob  es  am  3.  oder  4.  Juli  gewesen
  sei.  Es  sei  ihr  ausdenklrch.
Präs.:  „Gott  ist  allwissend.  Es  ist  empörend,  wenn  man  sich  io
schlecht  bedenkt.  Ich  ermahne  Sie  nochmals,  sich  gut  zu  bedenken.  Ein
solches  Ereigniß.  daß  die  Mutter  Gotes  erschienen  sein  soll.  ist  doch  für
Ba  uersleute  ein  so  wichtiges  Vorkommniß  .  .
            
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