Full text : Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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Juli  7.  (ijfceitrtfl):  Errichtung  eines  kleinen  Kreuzes  im  Walde  mit
Inschrift:  „Hier  ist  der  Ort."
9.  (Sonntag):  Erstes  Zusammenströmen  von  Pilgern.  Errichtung
eines  größeren  Kreuzes  und  einer  hölzernen  Säule  mit  Marienbild.
  Der  „Gnadenbrunnen."  —  Die  Pferde  des  Kaufmann-Fischer
  verenden  plötzlich.
Juli  11.  (Dienstag):  Kind  der  Eheleute  Dörr  aus  Humes  wird  geheilt;
zugegen  sind  Eva  und  Elise  Schwind.  Eva  Schwind  will
auch  den  Beschuldigten  Recktenwald  gesehen  haben  ;  eine  andere
Zeugin  sagt,  ein  anderer  Recktenwald  sei  es  gewesen.  —  Achte
Erscheinung  im  Walde  um  2  Uhr  Nachmittags.  (Die  späteren
Erscheinungen  unterlassen  wir  anzugeben.)  Viele  Pilger.
12.  (Mittwoch):  Bürgerin.  Woistt  schickt  den  Gendarinen  Oberleliter
  au  die  Guadenstelle  behufs  Berichterstattung.  —  Abends:
Kreissekrelür  Besser  in  St.  Wendel  telegraphirt  nach  Saarlouis,
  Militär  sei  bereit  zu  halten.
13.  Pastor  Neureuter  schreibt  an  Pastor  Eich.  —  Besser  und
Woytt  gehen  an  die  Stelle;  die  Menge  wird  aufgefordert,
auseinander  zu  gehen;  vergeblich.  —  Militär  wird  reguirirt;
um  '/«5  Uhr  Nachm,  langt  eine  Kompagnie  Soldaten  in  St.
Wendel  an.  —  Pastor  Eich  kommt  Abends  in  Mp.  an,  geht
mit  Pastor  Schwaab  und  Kaplan  Schütz  zur  Guadenstelle.
—  Das  Militär  zieht  nach  Marp.  und  treibt  die  Menge
auseinander.  -  Abends  langt  der  Reg.-Präs.  v.  Wolfs  in
St.  Wendel  an.
11. Der  Reg.-Präs.  verhört  im  Beisein  von  Besser.  Woptt  und
Dr.  Brauneck  den  Pastor  Neur.,  wer  ihm  zuerst  von  der
Kapelle  gesprochen.  —  Einquartirung  über  Marp.  verhängt.
15. Verhör  seitens  der  gerichtlichen  Untersuchungskommission.  —
Kreissekretär  Besser  sagt  in  einer  nintlichen  Bekanntmachung:
„Schon  die  Voruntersuchung  hat  ergeben,  daß  die  Anstister
  des  Wunders  nur  darauf  ausgingen,  die  leichtgläubige
Bevölkerung  zu  betrügen."
21.  (Montag):  Erste  Erscheinung  im  Hanse  der  Kath.  Hubertus
um  8  Uhr  Abends,  2  Kindern  sichtbar.
27.  Erste  Erscheinung  in  der  Schule,  2  Kindern  sichtbar.
29.  Abzug  der  Einquartirung.  —  7  Gensdarnlen  rücken  ein.
Aug.  8.  Verbot,  den  Härtelwald  zu  betreten.
13.  Erklärung  der  Eheleute  K  i  r  s  eh  über  die  Heilung  ihres  Kindes.
22.  Das  Verbot  vom  8.  August,  den  Härtelwald  zu  betreten,
wird  aufgehoben,  aber  gleichzeitig  mit  Genehmigung  der  Kgl.
Regierung  zu  Trier  ein  neues  Verbot  publizirt.,
28.  Der  Landralh  n.  2  Aerzte  prüfen  die  Schulkenntnisse  der  Kinder.
Sept.  1.  Versetzung  der  Lehrerin  Andre  von  Marpingen  nach  Tl.o'ey.
4.  200  Pilger  werden  in  St.  Wendel  zu  se  3  JL  Strafe  verurtheilt,
  andere  in  Tholey  freigesprochen.
            
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