Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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und  Plünderungen,  die  sie  bereits  im  Rückzug  verübt  hatten  und
haben  sollten  und  welche  sich  als  ein  Lauffeuer  verbreiteten.  Der
Rauch,  den  wir  von  unsern  Bergen  aus  vom  Carlsberg,  an  welchem
der  schändliche  Houchard  seine  mordbrennerische  Wuth  ausließ,  gegen
  den  Himmel  aufwirbeln  sahen,  war  kein  Gegenstand  zu  unsrer
Beruhigung^  und  als  gar  von  rechtschaffnen  Offizieren  von  der
Armee  Briefe  au  ihre  hiesigen  Freunde  und  Wirthe  einliefen,
welche  eine  Plünderung  ankündigten  und  uns  warnten  alles  aufs
beste  Zu  verbergen,  was  wir  retten  wollten,  so  stieg  unsre  Furcht
aufs  höchste,  und  das  weibliche  Geschlecht  erhob  eine  große  Wehklage.
  Da  gabs  Zusammenlauf  der  Nachbarinnen  und  der  Frau
Basen,  da  gabs  Berathschlagungen  was,  wie,  und  wo  man  verstecken
  wolle,  daß  es  zum  Erbarmen  war,  weil  jede  es  besser
wissen  wollte  und  also  nichts  entschieden  wurde.  Endlich  nahm
jeder  Pater  Familias  seine  Hälfte  in  den  geheimen  Rath.  Dann
wurden  die  Thüren  verschlossen,  und  nun  mauerte  man  ein,  trug
auf  die  Speicher,  vergrub  in  die  Keller,  verbarg  auf  den  Heuboden,
  steckte  unter  das  Holz,  in  die  Schornsteine,  und  Geld  und
andre  unverwesliche  Sachen  an  noch  viel  garstigere  Orte.  Schade,
daß  jedermann  bei  diesem  Ereignis  interessirt  war,  sonst  würde
solches  für  den  uninteressirten  Beobachter  und  der  sich  gegen  die
Theilnahme  an  dem  Unglück  seiner  Nebenmenschen  hätte  verwahren
können,  das  herrlichste  Lustspiel  gewesen  sein.  Wahre  Geniestreiche
wurden  dabei  gemacht,  manche  vergebliche  Arbeit  unternommen.
Mancher  schleppte  seine  Waaren  und  Habe  auf  die  Speicher  und
barg  sie  unter  einem  doppelten  Dach.  Jetzt  fiel  ihm  ein,  die
Stadt  könnte  in  Brand  geschossen  werden,  und  nun  schleppte  er
wieder  in  die  Keller  und  vergrub  und  vermauerte.
Ein  Paruckenmacher  packte  seine  kleine  Habseligkeit  in  einen
länglichen  Koffer,  brach  ein  Loch  in  den  Gipfel  seines  Dachs  und
pflanzte  den  Koffer  als  Schornstein  auf.  Freilich  würden  die
Franzosen  solchen  für  einen  Schornstein  angesehen  haben.  Aber
der  arme  Teufel  dachte  nicht  daran,  daß  seine  Nachbarn  den  neuentstandenen
  Schornstein  bemerken  würden.  Dies  geschah,  und
nach  einigen  Stunden  wurde  solcher  von  einigen  hundert  Spectatoren
  besehen,  und  der  Einfall  selbst  von  den  Franzosen  beklatscht
            
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