Full text: Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

sucht erregt habe.! Allein ich kann es kann: glauben, da er auch in 
St. Ingbert und Neunkirchen auf die nämliche Art gehandelt und die 
Früchte muthwillig verdorben hat. Vielmehr scheint mir dies das Vor¬ 
spiel eines Projects zu sein, die Lebensmittel in dieser Gegend zu ver¬ 
derben um entweder den Feind im Fall eines Rückzugs der Franzosen 
in Verlegenheit zu setzen oder durch den Mangel an Lebensrnitteln und 
dadurch entstehende Hungersnoth die Städte zu einem von ben Fran¬ 
zosen gewünschten Entschluß zu zwingen. Dieses letztere ist rrm so 
wahrscheinlicher, da die Franzosen bei jeder Gelegenheit ihre Verwun¬ 
derung bezeigen, daß uns das Licht der Vernunft nicht einmal so 
weit aufgehen will die Vortheile einzusehen, welche aus einer 
Reunion mit Frankreich für uns entspringen würden. Denn wären 
wir ihre Freunde, — Gott bewahre uns für ihrer Freundschaft nach 
dem neuen Stil, — dann könnten wir Lebensrnittel im Ueberfluß aus 
Frankreich bekommen (die armen Schelme haben selbst nichts zu 
nagen und Zu beißen). Sie wollen uns sogar eine eigene Republik 
sein lassen. Saarbrücken soll ein kleines Amsterdam werden und 
zu unserer Sicherheit wollen sie eine Festung bei Saarbrücken an¬ 
legen und was als sonst noch gesagt und versprochen wird?) Allein 
alles ist tauben Ohren gepredigt. Wir wollen bei unserer alten 
Verfassung, unserem Fürsten und Vaterland treu bleiben, und ver¬ 
nünftige Franzosen, welche wir von unserer Verfassung unterrich¬ 
teten, sagen, daß wir Recht haben. Selbst Unvernünftige staunen, 
wenn sie hören, daß die Abgaben beider Städte nur in fünfthalb- 
hnndert Gulden bestehen. Millionen, glaubten sie, mußten wir 
geben, und sie sagen selbst, daß, wenn alles Glück ihren Unter¬ 
nehmungen folgte, sie doch niemals so leidlich gehalten werden 
würden. Ueberhaupt herrscht ein großes Mißvergnügen unter den 
Truppen, bei einigen ans Furcht erregt, bei andern durch das 
Nachdenken über ihre innere Lage. Dies haben wir gar oft Ge¬ 
legenheit zu beobachten. Solche mag auch nicht die angenehmste 
sein, wenn die Regel gegründet ist, welche ein Rechtschaffener 
mir und allen, welche unter der republikanischen Obergewalt sich 
beugen müssen, als Verwahrungs- und Sicherheitsmittel empfahl: 
Alles ist euch erlaubt, brecht die Ehe, nothzüchtigt Weiber und 
Mädchen, seid Verfälscher, Diebe und Straßenräuber, mordet und
	        

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