Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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Allgemeiner  Abscheu  wurde  ihm  dafür  zu  Theil,  und  das
auffallend  Schändliche  dieser  Handlung  wirkte  so  stark  auf  einen
ehrlichen  Cammerlaquaien  des  Fürsten,  daß  er  auf  der  Stelle
wahnsinnig  wurde  und  wenig  Hoffnung  vorhanden  ist,  daß  er
seine  Vernunft  wieder  erhalten  wird.  Noch  eine  Handlung  haben
die  Commissärs  ausgeübt,  welche  vermuthlich  dazu  dienen  sollte
ihnen  die  Gunst  des  Diebsgesindels  zu  erwerben.  Sie  haben  den
berüchtigten  Cron  aus  seinem  Gefängnis  befreiet.  Commerell  selbst
zerbrach  seine  Ketten  und  staunte,  dies  sind  seine  eigenen  Worte,
daß  man  einen  so  ehrlichen  Mann  auf  so  eine  Art  behandelt
  habe.
Der  Wunsch  meines  Freundes  von  der  hiesigen  Garnison  ist
nur  zu  bald  und  weiter  als  solcher  ging,  erfüllet  worden.  Die
Franzosen  beschlossen  eine  Expedition  gegen  Arlon,  und  das  Carabinier-Regiment
  mußte  mit  marschieren.  Die  Franzosen  erhielten
am  8.  dieses  einen  geringen  Vortheil  und  erlitten  sehr  großen
Verlust,  demohngeachtet  aber  mußten  die  Schellencouriers*)  sich
beinahe  todt  reiten.
Besonders  hat  das  schöne  Carabinier-Regiment  außerordentlich
  gelitten,  von  vierzehn  Offiziers  sind  nur  drei  zurückgekommen,
sieben  sind  geblieben,  vier  tödlich  verwundet,  und  der  Verlust  an
Gemeinen  muß  außerordentlich  groß  sein,  denn  das  Regiment  ist
kaum  halb  so  stark  als  es  beim  Ausmarsch  war,  und  dies  sind
beinahe  lauter  neue  Gesichter,  indem  die  Franzosen  um  den  Verlust
  desselben  zu  verbergen  den  ganzen  Depot  vor  dem  Einmarsch
in  hiesige  Stadt  dazu  haben  stoßen  lassen.  Viele  der  braven
Carabiniers  und  leider  darunter  auch  mein  Frelind  sind  also  nicht
allein  von  dem  hiesigen  sondern  vom  ganzen  großen  Schauplatz
der  französischen  Räubereien  abgetreten.  Wohl  ihnen,  denn  es  mag
wohl  keine  schrecklichere  Lage  sein  als  für  eine  Sache  zu  fechten
und  sein  Leben  zu  wagen,  welche  man  von  Grund  des  Herzens
verabscheut.  Und  das  war,  wie  ich  sicher  weiß,  der  Fall  bei  den
meisten  von  ihnen.
*)  Eine  neue  Erfindung!  die  Pferde  der  Armeecouriers  sind  mit  Schellen
gleich  Schlittenpfcrden  behängen,  dadurch  wird  eine  gute  Nachricht,  und  andere
bringen  sie  nicht,  in  einigen  Minuten  unter  allen  Soldaten  verbreitet.  A.d.Verf.
            
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