Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

61

Schicksal  erleichtert  wurde,  aber  es  ist  deswegen  bei  weitem  nicht
mild  geworden.  Jene  Umstände  verhindern  nicht,  daß  wir  nicht
mit  Einquartierungen  auf  das  äußerste  belästiget,  daß  unsere
Gärten  nicht  beraubt,  unsere  Bäume  nicht  geleert,  unsere  Zäune
nicht  gestohlen,  unsere  Gartenhäuser  nicht  erbrochen  und  geplündert,
  unsere  schönen  Alleen  aus  bloßem  Muthwillen  abgehauen
werden,  —  dies  hindert  nicht,  daß  unsere  Bauern  bestohlen,  daß
ihre  Früchte  und  Futter  als  Eigenthum  der  Republik  angesehen
und  von  ihnen  geliefert  werden  müßten.  Bis  zur  Feindserklärung
wurden  uns  für  die  Lieferungen  an  Holz,  Fourage  re.  bons  ertheilet.
  Dies  war  zwar  weiter  nichts  als  ein  Compliment,  aber
es  zeigte  doch  wenigstens  guten  Willen  an.  Allein  dies  fällt  jetzt
weg,  und  wer  jetzt  liefert,  weiß  gewiß,  daß  er  nichts  bekommt,
vorher  hatte  er  doch  itod;  Hoffnung  und  ein  Blättchen  Papier.
Alle  Zierrathen  an  den  Straßen  sind  für  Feinde  der  Republik
  erklärt  und  verstört.  Selbst  die  an  unsern  Landstraßen  zum
Nutzen  der  Spaziergänger  und  der  müden  Wanderer  befindlichen
Bänke  sind  ihrer  Wuth  nicht  entgangen,  zertrümmert  liegen  sie  da.
Sollte  man  doch  fast  meinen,  daß  diese  Burschen  bei  ihrem  vormjührigen
  Einfall  in  ihre  Gegend,  wo  ihr  guter  Fürst  mit  wahrhaft
  Fürstlichem  Aufwand  die  vortrefflichsten  Chausseen  anlegen
lassen,  wo  ich  aber  so  oft,  wenn  ich  athemlos  auf  der  Anhöhe  ankam,
  mich  sehnsuchtsvoll  aber  vergeblich  nach  einer  Ruhebank  umsähe,
  gelernet  haben,  daß  man  die  Ruhesitze  an  den  Straßen  entbehren
  könne,  und  daß  sie  sich  so  wie  zu  Doctoren  der  Freiheit
und  Gleichheit  auch  zu  Doctoren  der  Sparsamkeit  auswerfen  wollen?
Unterdessen  empfinden  wir  diesen  Verlust  sehr  wenig,  da  das
Spazierengehen  mit  so  vielen  Unannehmlichkeiten  verbunden  ist,
daß  man  solches  gerne  unterläßt.  Wie  glücklich  sind  Sie,  daß
Sie  dieses  Vergnügen  genießen  können,  ohne  daß  bei  jedem  Schritt
Ihnen  ein  unangenehmer  Gegenstand  oder  ein  Beispiel  republikanischer
  Wuth  vor  Augen  kommt  und  Ihnen  solches  verbittert.
Unsere  Freunde  in  Metz  werden  noch  immer  gut  behandelt.  Die
hiesige  Bürgerschaft  hat  vor  einigen  Tagen  einen  Schritt  gethan,
der  ihr  Ehre  macht.  Sie  hat  um  die  Freilassung  der  Geiseln  bei
dem  Departement  in  Metz  gebeten  und  sich  für  solche  zur  Bürg-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.