Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

56

diebstähle  begangen,  und  die  Commissärs  bezeugten  ihr  Mißfallen
darüber,  ließen  einige  der  Jäger  vor  sich  kommen  und  befahlen  solchen
strenge  Aufsicht  zu  halten  und  die  Frevler  zur  Bestrafung  anzuzeigen.
  Zugleich  bemerkten  sie  solchen,  daß  es  in  Kriegszeiten  nicht
schicklich  sei,  daß  Particuliers  mit  Gewehr  auf  dem  Felde  und  in
den  Waldungen  herumgingen,  und  daß  die  Gensd'armerie  Befehl
habe  dergleichen  Leute  anzuhalten  und  ihnen  das  Gewehr  abzunehmen.
  Nun  sollte  in  Ansehung  der  Jäger  eine  Ausnahme  gemacht
  werden,  doch  müßten  dieselben  mit  einer  Karte  versehen
und  ihre  Flinten  mit  dem  Nationalsiegel  besiegelt  werden,  damit
die  Gensd'armes  sie  erkennen  könnten.  Es  wurde  ihnen  deswegen
ein  Tag  angesetzt,  au  welchem  sie  mit  ihren  Purschen  und  Jungen
und  ihrem  Gewehr,  welches  unter  die  Sauve-garde  der  Nation
gesetzt  werden  sollte,  vor  den  Commissärs  zu  dieser  Operation  erscheinen
  sollten.  Die  Betrogenen  fanden  sich  ein;  statt  der  Besiegelung
  des  Gewehrs  wurde  ihnen  solches  aber  ab,  sie  von  den
Gensd'armes  in  Verwahr  genommen  und  nach  Metz  geführt.
Nur  einige  Klügere  fanden  sich  zwar  in  der  Stadt  ein,
recognoscirten  aber  von  weitem,  und  da  ihnen  die  Anstalten  verdächtig
  vorkamen,  machten  sie  links  um  und  retteten  sich  zu  den
Deutschen.  Dafür  wurden  ihnen  aber  ihre  Häuser  rein  ausgeplündert.
  Man  nimmt  jetzt  den  elenden  Vorwand,  daß  sich  solche
von  den  Deutschen  als  Spione  Hütten  brauchen  lassen.  Aber
warum  nahm  man  dann  auch  die  Jäger  aus  der  Stadt  und  die
vom  Land  auf  dem  linken  Ufer  der  Saar?  Warum  nahm  man
80  jährige  Greise  mit,  auf  welche  alle  kein  Verdacht  der  Spionerei
allen  konnte?  Es  ist  also  nichts  als  ein  ziemlich  durchlöchertes
Mäntelchen,  das  man  der  Sache  umhängt,  um  die  wahre  Absicht
soviel  wie  möglich  Geiseln  einzufangen,  zu  verbergen.  Ein  Gedanke,
der  nicht  tröstlich  für  uns  ist.  Was  aber  auch  erfolgen  mag,  so
bin  und  bleibe  ich  hier  und  auch  in  Metz  Ihr  treuer  Freund.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.