Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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Wir  wünschten  ihm  in  Gedanken  glückliche  Reise,  da  wirs
nicht  persönlich  thun  konnten.  Am  13ten  änderte  sich  aber  auf
einmal  der  Schauplatz,  Nachmittags  spie  unvermuthet  die  Hölle
eine  Horde  Commissairs  von  einem  starken  Detaschement  Gensd'armes
begleitet  in  unsere  arme  Stadt  aus.  An  ihrer  Spitze  war  der  in
unserer  Gegend  berüchtigte  Abbe  Commerell,  zur  Schande  ein
Deutscher,  doch  wohl  nach  seinem  Namen  zu  urtheilen  nicht  deutschen
  Ursprungs,  ehemals  allgewaltiger  Minister  der  F  .  .  von
Le  .  .  .  W  .  .  .  und  ihr  Schloßcaplan,  so  lange  bis  nach  einer
entdeckten  Entrevue  mit  einer  Viehmagd  im  Schweinstall  ihm  die
Ausübung  seines  Amts  untersagt  wurde.  Nach  der  Revolution  in
Gefahr  von  den  von  ihm  auf  tausend  Arten  gekränkten  s
Einwohnern  erschossen  und  gehängt  zu  werden,  endlich  wegen
seiner  Verdienste  und  Brauchbarkeit  Präsident  des  statt  des  alten
würdigern  erwählten  unwürdigen  Distrikts  in  Saargemünd.
Von  diesem  würdigen  Haupte  können  Sie  auf  die  übrigen
Glieder  schließen.  Es  sind  auch  ohne  Ausnahme  Leute,  die  im
Publikum  als  Verschwender,  Meineidige,  Diebe  und  was  alles  noch
mehr,  bekannt  sind.  Richard,  Bouvert,  Adam,  Bertrand,  Odelin
und  Luc  sind  ihre  bei  uns  unvergeßlichen  Namen.
Sogleich  nach  ihrer  Ankunft  wurden  sämtliche  Regierungsund
  Cammerrüthe  zusammen  berufen,  ihnen  die  tröstliche  Eröffnung
gemacht,  daß  Fürst,  Dienerschaft  und  Land  als  Feinde  der  Republik
erklärt  seien.  Darauf  wurde  die  Regierung  und  Cammer,  nachdem
auf  dieser  die  vorräthigen  Gelder  ausgeleert  und  weggenommen
waren,  und  die  Fürstlichen  Zimmer  im  Schloß  versiegelt,  und  die
Räthe  mit  Wache  in  ihre  Häuser  zurückgeschickt.
Nnnmehro  wurden  Anstalten  zu  einer  weiteren  Expedition
gemacht,  Truppen  setzten  sich  in  Marsch  und  eilten  in  zwei  Abtheilungen
  über  St.  Ingbert  und  Duttweiler  nach  Neuukirchen  zu.
Denken  Sie  sich,  liebster  Freund,  hierbei  unsere  Lage.  Die  Absicht
der  Franzosen  lag  offen  vor  unsern  Augen.  Wir  glaubten  den
Fürsten  noch  in  Neunkirchen,  wir  wußten,  daß  unser  theuerster
Erbprinz,  die  einzige  Hoffnung  seiner  Unterthanen,  daselbst  war
und  bleiben  wollte.  Wir  mußten  alle  diese  Anstalten  ansehen  um
sie  zu  sangen  und  konnten  es  nicht  verhindern.  Und  als  endlich
            
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