Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

40

So  habe  ich  ein  mir  bekanntes  Bataillon  bemerkt,  welches  die
traurigste  Figur,  besonders  am  Fußwerk  machte,  demungeachtet  aber
fünfmal  zu  einen!  Thor  an  einem  Tag  ausmarschierte  und  eben
so  oft  nach  einem  stündigen  oder  halbstündigen  Marsch  wiederkehrte.
  Und  alle  diese  Märsche,  die  den  armen  Soldaten  bis  zum
Hinfallen  entkräfteten,  während  die  Generalität  sich  an  der  Tafel
von  ihren  Strapazen  erholte,  hatte  den  großen  Endzweck:  ätz
tromper  168  espions.  Die  armen  Einwohner  der  Dörfer,  welche
an  oder  in  der  Nähe  der  Straße,  die  die  Armee  einhielt,  lagen,
sind  sehr  hart  mitgenommen  worden,  der  größte  Theil  der  Truppen
steht  in  der  Meinung,  daß  sie  in  diese  Gegend  nicht  wieder  zurückkehren
  würden,  und  nun  nahmen  sie  freilich  mit,  was  ihnen  anstund
  und  was  sie  habhaft  werden  konnten;  Furcht  und  Klugheit
zwingt  die  Offiziers  durch  die  Finger  zu  sehen.
Uebrigens  ist  unsere  bisherige  Last  durch  die  vermehrte  Einquartierung
  beträchtlich  und  fühlbar  vermehrt  worden.  Die  Armee
ist  gegen  Forbach  gerückt,  wo  sie  ein  Lager  beziehen  soll.  Ein
Theil  mit  dem  Artilleriepark  campirt  auf  den  Anhöhen  hinter
Saarbrücken.  Auch  haben  wir  ihn  gesehen,  gesehen  in  dem  Glanz
seiner  Herrlichkeit,  den  großen  Mann,  der  den  armen  Rheinländern,
Pfälzern  und  Ueberrheinern  so  großen  Schrecken  verursacht  hat,
Sie  merken  wohl,  daß  ich  von  Custine  spreche.  Er  hat  sich  einige
Tage  hier  aufgehalten.
Sein  großer  Schnurrbart  hat  viele  Bewunderung  und  bei  den
Kindern  Furcht  erregt.  Leute,  die  ihn  näher  beobachteten,  wollen
bemerkt  haben,  daß  er  sich  keineswegs  in  einem  behaglichen  Gemüthsznstand
  befand,  daß  oft  unangenehme  Bilder  ein  finsteres
Nachdenken  bei  ihm  erwecken  möchten,  welche  er  durch  ein  unzeitiges
auffahrendes  Wesen  zu  verscheuchen  suchte.
Wie  oft  mag  er  bedauern,  daß  er  nicht  in  Niederwiller  geblieben
  ist  und  seinen  Kohl  gepflanzt  hat.  Dort  that  er  doch
nichts  Böses,  als  daß  er  je  zuweilen  seine  Bauern  prügelte  und  sie
dann  wieder  durch  seinen  Intendanten  beim  vollen  Weinglas  versöhnen
  ließ.  Heldenmuth  hat  ihn  nicht  von  da  vertrieben,  das
zeigt  sein  Zwist  mit  Graf  Clairmaison,  vielleicht  Gewissensqual,
wenn  eine  in  der  Gegend  seines  Aufenthalts  bekannte  Anekdote
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.