Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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sehen,  um  sich  einen  Begriff  davon  zu  machen,  wie  mancher  Podagriste
  über  das  Steinpslaster  durch  die  Straßen  hinkte;  wie  mancher,
den  es  in  Pelzstiefeln  und  Schlafpelz  mit  der  Federmütze  auf  dem
Kopfe  im  warmen  Studierzimmer  fror,  mehr  Schattenbild  als  belebter
  Mensch,  unter  Regen  und  Schnee  daher  wankte  und  nur
durch  Zähnklappen  für  das,  was  er  war,  sich  kenntlich  machte.  Da
mußte  man  sehen,  wie  der  Greis  sich  unter  der  Last  einer  Vogelflinte
  beugte  und  im  Dunkeln  über  die  Straßen  stolperte,  um  sich
einen  Begriff  zu  machen,  was  man  von  dieser  Wache  im  Fall  eines
Angriffs,  besonders  durch  die  furchtbaren  Casquets,  zu  erwarten
gehabt  hätte.  Aber,  werden  Sie  sagen,  diese  Leute  gehören  ja  alle
nicht  zu  der  Wache.  Freilich  würde  es  an  jedem  andern  Orte
nicht  geschehen  sein.  Aber  in  Saarbrücken,  besonders  in  Saarbrücken
  in  der  gegenwärtigen  Lage,  ist  so  etwas  gar  wohl  möglich.
Ueberhanpt  wollten  bei  dieser  übel  ausgesonnenen  Sicherheitsanstalt
manche  vernünftige  Personen  einen  Plan  entdecken,  der  zur  Demüthigung
  der  fürstlichen  Dienerschaft  abzwecken  sollte.  Aber  hier
stand  Cabale  gegen  Cabale.  Jene  erklärte  standhaft,  daß  sie  nur
unter  der  ausdrücklichen  Bedingung  an  dieser  Sicherheitsanstalt
Theil  nehmen  wolle,  wenn  jeder  Einwohner  ohne  Ausnahme,
die  Patrouille  in  Person  machen  würde.  Und  dabei  blieb  es  zum
großen  Aergernis  mancher,  die  schon  im  Geiste  ihre  Knechte  mit
den  Dienern  des  Fürsten  in  Freiheit  und  Gleichheit  durch  die
Straßen  wandeln  sahen,  und  zum  Gelächter  des  Publikums.  Daß
aber  manche  Jnconvenienzien  dabei  unterlaufen,  werden  Sie  sich  leicht
vorstellen.  Wie  soll  der  Regierungsrath,  der  Beamte,  der  Medicus,
der  Wundarzt,  der  die  ganze  Nacht  durch  in  der  schlimmsten  Witterung
die  Straßen  durchlaufen  hat,  am  Morgen  Recht  sprechen,  seine
Kranken  besuchen?  u.  s.  w.  Wie  der  Lehrer  Unterricht  ertheilen?  Gott
behüte  die  Herren  vor  Schlagflüssen  und  Indigestionen!  Nur  zwei
fürstliche  Diener  haben  Muth  genug  gehabt  sich  dieser  Lächerlichkeit
nicht  zu  unterwerfen.  K.  R.  St.  und  D.  K.  Ersterer  erwählte
das  Beste  und  verreiste,  letzterer,  den  man  auf  seine  Weigerung  in
seinem  Haus  aufsuchte  und  zur  Patrouille  abholen  wollte,  klagte
bei  der  Regierung  und  —  blieb  frei.
Wahrscheinlich  wird  dieses  Spiel  nicht  lange  dauern.  Er-
            
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