Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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in  seinem  Zimmer  im  zweiten  Stocke  zu  Bette  gelegt  hatte.  Durch
ein  Geräusch  erweckt,  habe  er  verschiedene  Kerls  mit  Casquets,  wie
die  französischen  Soldaten  tragen,  auf  den  Köpfen  durch  das
Fenster  einsteigen  sehen.  Ehe  er  sich  habe  besinnen  können,  seien
einige  ans  ihn  zu  gekommen,  hätten  ihn  im  Bette  angegriffen,  bis
zum  Ersticken  gewürgt,  aus  dem  Schubladen  in  dem  Schreibtisch
die  darin  befindlich  gewesenen  sehr  beträchtlichen  Summen  und
Kleinodien  entwendet  uttb  darauf  sich  durch  das  Fenster  wieder
weg  verfüget,  ohne  eine  Spur  ihrer  Anwesenheit  zurückzulassen.
Was  würde  nun  hierbei  zu  thun  gewesen  sein?  Den  unbekannten
Thätern  nachzuspüren  und  allenfalls  dem  Bestohlnen  und  jedem
Andern  anzurathen,  seine  Thüren  und  Fenster  zu  verwahren  und
sich  ohne  Rausch  zu  Bette  zu  legen,  damit  die  Casquete  nicht  ohnbemerkt
  bis  ins  Zimmer  und  ans  Bett  gelangen  könnten.
Aber  nicht  so  bei  uns.  Schrecken  verbreitete  sich  schnell  bei
unsern  Reichen,  Entsetzen  bei  dem  Gedanken  ähnlicher  Ausleerung
ihrer  Geldkasten,  des  Behälters  ihres  Verstandes,  der  einzigen
Grundsäule  ihres  Wohlstandes  und  des  angemaßten  Vorzuges
vor  andern.
Damit  verband  sich  der  Gedanke  sich  dagegen  zu  schützen,  und
nun  entstand  das  seltsame  Projekt,  daß  jedermann  sich  bewaffnen,
alle  Nächte  in  jeder  der  beiden  Städte  24  Mann  ohnanshörlich
patrouilliren  und  die  Geldkasten  bewachen  sollten.  Und  dies  Projekt
  wurde  eben  so  schnell  gefaßt  als  ausgeführt.
Ich  bin  weit  entfernt  öffentliche  Sicherheitsanstalten  zu  tadeln
oder  lächerlich  zu  machen,  vorausgesetzt,  daß  solche  nothwendig  und
zweckmäßig  sind.  Aber  dies  konnte  hier  nicht  gesagt  werden.  Denn
der  diese  kriegerische  Verfügung  veranlassende  Diebstahl  war  nicht
nur  noch  zur  Zeit  sehr  zweideutig  und  auf  jeden  Fall  nicht  der
erste,  ohne  daß  dergleichen  vehemente  Mittel  gebraucht  worden
wären,  die  auch  gar  nicht  nöthig  gewesen  sind,  da  nicht  nur  die
Thore  durchs  fürstliche  Militär  bewacht  wurden,  sondern  auch  eine
beträchtliche  Anzahl  desselben  auf  der  Hauptwache  auf  den  ersten
Ruf  hülfsfertig  war,  solches  auch  überdies  die  ganze  Nacht  durch
beständig  in  allen  Straßen  patrouillirte.  Und  welche  Hülfe  hätte
man  von  der  Bürgerpatrouille  erwarten  können?  Da  mußte  man
            
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