Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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wenn  sie  ihren  wirklichen  Anfenthalt  in  Frankreich  beweisen  könnten,
  welches  ihnen  durch  ihre  eertiüeats  de  residence,  die  sie  sich
sehr  sorgfältig  und  gesetzmäßig  alle  3  Monate,  freilich  mit  Auslassung
  des  verdächtigen  de  und  der  Comtes,  Marquis,  Chevaliers
n.  s.  w.  vor  ihren  Namen,  ertheilen  lassen,  leicht  möglich  wäre.
Noch  wünschen  Sie  die  Erklärung  des  mehrmals  von  mir  gebrauchten
  Ausdrucks  Galgenphysionomieen.  Dies  sind  Leute,  welche
sich  durch  ihren  Anzug  und  ihr  Betragen  von  den  andern  Franzosen
auszeichnen.  Ihre  Kleidung  hat  das  Gepräge  des  größesten
Cynismus,  dennoch  aber  alle  Decorationen,  womit  sich  der  Republikaner
  auszeichnet,  als  Cocarden,  und  besonders  ein  rothes
Käppchen,  welches  als  Ordenszeichen  an  der  93rnft  hängt.  Manche
sind  bürgerlich,  manche  halbbürgerlich,  halbmilitärisch,  manche  ganz
militärisch  gekleidet.  Sie  tragen  die  Haare  im  Nacken  ab-,  und
vorn  auf  die  Stirne  geschnitten.  Alle  tragen  fürchterliche  Schnurrbärte,
  und  ihr  auszeichnendstes  Kennzeichen  ist,  daß  sie  die  Haare
unter  dem  Kinn  und  auf  der  Kehle  nicht  abscheeren  sondern  wachsen
lassen.  Nehmen  Sie  dazu  ein  Paar  Augen,  aus  denen  Mordund
  Raublust  funkelt,  und  dann  werden  Sie  die  Benennung,  die
wir  ihnen  (freilich  nur  durch  Uebersetzung  des  air  de  pendard,
welches  ihnen  gutgesinnte  Franzosen  beilegten),  gegeben  haben,  nicht
unpassend  finden.  Sie  scheinen  ein  eignes  Corps  auszumachen,
allein  niemand  weiß,  wo  ihr  Standquartier  ist.  Nach  dem  Tod
des  Königs  erschienen  sie  zum  erstenmal,  und  so  in  der  Folge  bei
jedem  wichtigen  Vorfall.  Aber  eben  so  geschwind  als  sie  erschienen,
eben  so  geschwind  verschwanden  sie  wieder.  Wir  betrogen  uns
wohl  nicht,  wenn  wir  sie  für  Emissärs  der  Jakobiner  hielten.  Ihre
Ankunft  verbreitete  immer  große  Furcht  unter  den  übrigen  Franzosen,
  und  sie  vermieden  solche  eben  so  fleißig  als  wir.
Ich  habe  oben  gesagt,  daß  ich  mich  oft  gewundert  hätte,  daß
auch  der  schlechtere  Theil  der  französischen  Soldaten  nicht  noch
schlimmer  ist.  Und  wirklich  ist  dieses  bei  der  wenigstens  periodischen
gänzlichen  Ungestraftheit,  bei  den  öffentlichen  Aufforderungen  derselben
  zu  Ausschweifungen  und  zu  Mord  und  Brand  zu  bewundern.
Dies  bestimmt  mich  Ihnen  noch  einiges  über  die  französischen
Flugblätter,  deren  ich  in  meinen  Briefen  mehrmals  erwähnt  habe,
            
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