Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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ungeheuren  Feldequipagen  sind  gänzlich  verschwunden.  Nur  der
General  zeichnet  sich  durch  eine  blaue  mit  Gold,  sehr  oft  nur  mit
falschem  Gold  besetzte  Uniform  aus.  Die  andern  Offiziers  affectiren
  geflissentlich  sich  dem  gemeinen  Soldaten  in  allem  gleich  zu
stellen,  und  ich  muß  sagen,  daß  es  den  meisten  vortrefflich  glückt
und  daß  sie  an  Cynismus  in  Kleidung  und  Handlungsweise  und
körperlicher  Unsauberkeit  sehr  oft  jene  noch  übertreffen.  Kein
Offizier,  der  nicht  55  Jahr  alt  ist,  darf  ein  Pferd  halten.  Blos
dem  Oberst  ist  eins  gestattet.  Keine  Chaise  ist  bei  ihnen  zu  sehen.
Jedes  Bataillon  hat  nur  einen  4spännigen  Caisson  oder  Bagagewagen,
  jeder  Offizier  vom  Oberst  abwärts  muß  seinen  Ranzen  auf
den  Rücken  nehmen  und  gleich  dem  gemeinen  Soldaten  tragen,  und
so  auch  sein  Brod  und  Fleisch  oft  für  mehrere  Tage  selbst  schleppen.
  Der  General  und  Offizier  läßt  sich  sein  Brod  und  Fleisch
wie  der  gemeine  Soldat  verabreichen,  und  sie  bemühen  sich  es  von
den  Gemeinen  bemerken  zu  lassen,  daß  sie  Brod  und  Fleisch  mit  ihm
theilen,  welches  bei  diesen  nicht  ohne  gute  Wirkung  ist  und  Liebe  zu
ihren  Vorgesetzten  erweckt,  wenigstens  ihrer  Eigenliebe  schmeichelt.
Keine  Frau,  keine  Weibsperson  wird,  außer  bei  jeder  Compagnie
  eine  Wäscherin,  bei  der  Armee  und  in  den  Garnisonen  geduldet,
  und  es  scheint,  daß  der  Republikanismus  in  den  Franzosen
eine  andre  Leidenschaft,  welche  man  sonst  für  ihre  herrschende  ausgab,
  vernichtet  oder  wenigstens  merklich  gedämpft  hat,  denn  man
wird  nicht  gewahr,  daß  jene  Privativa  Murren  erregt,  und  unsre
Frauenzimmer  haben  keine  Ursache  sich  über  die  sonst  gewöhnliche
französische  Zudringlichkeit  zu  beschweren.
Sie  würden  sich  aber  irren,  wenn  sie  glauben  wollten,  daß
sie  alle  diese  Bequemlichkeiten  freiwillig  entbehrten.  Nichts  weniger
als  dieses.  Pferde  und  Weiber  nahm  ihnen  ein  Teeret  des  Convents,
  ihre  Kost  mit  den  Soldaten  zu  theilen,  dazu  zwingt  sie  der
Hunger,  da  ihr  Sold  nicht  hinreicht  den  Tisch  in  einem  Wirthshaus
  zu  bezahlen,  und  ihr  Cynismus  in  der  Kleidung  hat  außer
eben  dieser  Ursache  noch  eine  andere  Absicht,  nämlich  die  sich  unkenntlich
  zu  machen.  Denn  obgleich  die  Adlichen  von  der  Armee
verwiesen  worden  sind,  wie  ich  Ihnen  zu  seiner  Zeit  gemeldet
habe,  so  ist  es  doch  sicher,  daß  noch  eine  große  Anzahl  derselben
            
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