Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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Thomas,  lesen  Sie  beikommenden  in  vieler  Rücksicht  merkwürdigen
Rapport  der  Bürger  und  Departements-Administratoren  Purnot
und  Rolland  von  Metz  (Beilage  4),  welche  nach  jenen  als  Commissär
  hier  gewesen  sind  und  ihr  Betragen  im  Saarbrückischen  und
Leyischen  Lande  untersucht  haben,  und  Sie  werden  hoffentlich  nebst
Ihren  Freunden,  die  Ihre  Zweifel  mit  Ihnen  theilen  sollen,  von
solchen  geheilt  werden  und  Ihrem  Freunde  wenigstens  in  Ihrem
Herzen  Abbitte  und  Ehrenerklärung  thun.
Sie  werden  nicht  nur  alles,  was  ich  Ihnen  gemeldet  habe,
bestätigt  finden,  sondern  auch  meine  Erzählung  daraus  noch  vervollständigen
  können.  Und  wenn  Sie  die  darin  erhaltene  Schilderung
  der  Untercommissärs  Bonvert,  Bertrand,  Odelin  und  Luc  gelesen
  haben,  so  werden  Sie  so  ziemlich  die  ganze  noble  Zunft  der
republikanischen  Commissärs  kennen,  denn  auf  alle,  die  wir
kennen  gelernt  haben,  und  deren  Anzahl  ist  sehr  groß,  ist
solche  passend.  Sollte  dieses  Zeugnis  von  Franzosen  über
und  gegen  Franzosen  Ihnen  noch  nicht  vollständig  sein,  nun
dann  weiß  ich  keinen  bessern  Rath  als:  Sie  kommen  zu  uns  und
sehen  mit  eignen  Augen,  hören  mit  eignen  Ohren.  Wir  wollen
Sie  ans  das  beste  empfangen.  Ein  Gericht  Kartoffeln  und
schwarzes  Brod  und  Wasser  ist  zwar  alles,  was  wir  Ihrem  Magen
  versprechen  können.  Aber  dafür  wollen  wir  unsre  vor  der
Zeit  greis  gewordenen  Haare  kämmen  und  pudern,  den  dreimonatlichen
  Schmutz  von  unsern  Stiefeln  abwaschen  unb  unsre
zerrissenen  Röcke  oder  vielmehr  Kittel  ablegen  und  unsre  bestaubten
Hüte  abbürsten,  kurz  uns  Ihnen  zu  Ehren  entsanskülottisiren,  denn
dies  ist,  wenn  Sie  unsre  durch  Gram  gefurchten  und  um  10  Jahr
älter  gewordenen  Gesichter  dazu  setzen,  die  jetzige  wahre  Gestalt
Ihrer  armen  Freunde,  die  uns  theils  unsre  Leiden  gegeben  haben,
wir  theils  freiwillig  annehmen  mußten,  wenn  wir  öffentlich  erscheinen
  und  doch  dem  Blick  der  Galgenphysionomieen  und  ihrer  gefährlichen
  Nachfrage  entgehen  wollten.
Auch  Ihre  zweite  Frage,  mein  Bester,  muß  ich  mit  Nein  beantworten.
  Sie  haben  die  französischen  Truppen  vor  Zeiten  gesehen,
  allein  die  sind  solche  nicht  mehr.  Aller  Luxus,  aller  Aufwand
  in  zierlichen  Uniformen,  in  Pferden  und  Wagen,  und  die
            
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