Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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ihre  gelieferten  Früchte  und  Gefütter  und  ermahnte  sie  solche  wohl
aufzubewahren,  weil  sie  sonst  keine  Bezahlung  erhielten.  Ich  weiß
wohl,  daß  solche  nicht  erfolgen  wird,  sagte  er  zu  mir;  allein  durch
diesen  kleinen  Kunstgriff  erspare  ich  mir  den  Anblick  ihrer  Thränen.
  Die  Hoffnung  ihre  Lieferung  bezahlt  zu  erhalten  erhält
ihren  Muth  und  wenn  sie  einst  erfahren,  daß  sie  getäuscht  sind,
wird  die  Freude  über  den  Frieden  sie  ihren  Verlust  leicht  vergessen
  lassen.
Doch  muß  ich  dabei  bemerken:  der  erste  war  nur  auf  einige
Tage  Jnterimscommissür,  und  der  zweite  war  ein  Einwohner  aus
einer  nahgelegenen  Grenzstadt,  und  es  ist  noch  ungewiß,  ob  Selbstoder
  Menschenliebe  ihn  bei  seinem  Verfahren  leitete.
Beinahe  hätte  ich  die  Handlung  eines  Mannes  vergessen,
von  dem  ich  bereits  so  vieles  Bose  habe  erzählen  müssen,  und
zwar  eine  gute  Handlung:  freilich  gut  à  la  Ehrmann.  Dieser
ließ  den  Medicus  Hofrath  Wilkens  eilig  zu  sich  fordern,  hielt  demselben
  eine  lange  Standrede,  in  welcher  er  alle  Gemeinplätze  von
Menschenliebe  und  Pflichten  Nothleideude  zu  unterstützen  auskramte.
  Nachdem  er  solche  geendigt  hatte,  führte  er  den  Medicus
selbst  in  die  Saarbrücker  Vorstadt  zu  einer  kranken  französischen
Soldatenfrau  und  trug  ihm  auf  solcher  Arzneien  zu  verschreiben.
Dies  geschah,  die  Arznei  wurde  geholt,  und  nun  ertheilte  Ehrmann
dem  Hofrath  Wilkens  einen  eigenhändigen  Befehl  an  den  hiesigen
Magistrat,  daß  solcher  sowohl  dem  Medicus  seine  Bemühung
  als  die  Arzneien  in  der  Apotheke  bezahlen
sollte.  Das  heißt  denn  doch  wohl  auf  andrer  Leute  Kosten
menschenfreundlich  und  mildthätig  sein!
Ungeachtet  es  mir  immer  eine  Art  von  krampfhafter  Bewegung
  verursacht,  wenn  ich  das  Wort  Commissär  niederschreibe,  so
kann  ich  diese  Ehrenleute  doch  noch  nicht  verlassen.  In  einem
Ihrer  Briefe  schimmert,  so  sehr  Sie  solches  auch  verschleiert  haben,
dennoch  einiges  Mißtrauen  gegen  meine  Erzählung  von  den  von
den  ersten  Commissärs,  Abl>6  Commerell  und  Consorten,  verübten
Räubereien  und  besonders  ihrem  illegalen  Verfahren  bei  solchen
hindurch,  und  ich  muß  vermuthen  in  dem  Verdacht  der  Uebertreibung
  bei  Ihnen  zu  stehen.  Nun  denn,  zweifelnder  ungläubiger
            
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