Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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zugemessen  ist,  daß  sie  sich  dabei  hätten  in  vorigen  Zeiten  einen
Nothpfennig  sparen  können.
Auch  von  gemeinen  Soldaten  könnte  ick  Ihnen  viele  rühmliche
Züge  beschreiben.  Mit  Rührung  werde  ich  mich  immer  zweier
Nationalgarden  von  Nancy  erinnern,  welche  abgemattet  zu  mir  ins
Quartier  kamen,  imb  denen  ich  aus  Mitleid  manchmal  ein  Glas
Wein  gab;  dieses  vergalten  sie  mir  durch  kleine  häusliche  Dienste
im  Uebermaß,  und  in  dem  Augenblick  ihres  Abschieds,  da  also  kein
Eigennutz  ihre  Handlung  leiten  konnte,  kamen  sie  mit  thränenden
Augen  und  baten  zum  Beweis  ihrer  Dankbarkeit  für  die  erhaltenen
Wohlthaten  einige  Pfund  Reis,  die  ihnen  ausgetheilt  worden  waren,
anzunehmen.  Wir  haben  nichts  anders,  das  wir  geben  könnten;
sonst  sollte  es  gewiß  geschehen!  Daß  die  guten  Seelen  gesättigt
und  mit  gefüllten  Feldflaschen  von  mir  weggingen,  werden  Sie,
mein  Lieber,  doch  wohl  von  mir  erwartet  haben?
Dies  mag  genug  sein  um  Ihnen  zu  beweisen,  daß  nicht  alle
waffentragenden  Franzosen  so  verdorben  und  ausgeartet  sind  als
man  sich  vielleicht  in  Ihrer  Gegend  vorstellet.  Und  Gott  und  der
Wahrheit  die  Ehre!  ich  habe  mich  oft  gewundert,  daß  auch  der
schlechtere  Theil  derselben  nicht  schlimmer  ist.  Dagegen  aber  magnus
erit  Apollo,  der  unter  einer  andern  Classe  von  Franzosen,  die  zwar,
seitdem  der  Argu8  révolutionnaire  sie  entsäbelt  hat,  kein  Gewehr
tragen,  aber  doch  die  furchtbarsten  Geschöpfe  sind  und  deren
Zahl  Legion  ist,  nur  einen  einzigen  Zug  von  wahrem  Mitleid
oder  Menschenliebe  entdecken  und  an  das  Licht  bringen  könnte.
Sie  werden  leicht  errathen,  daß  ich  von  den  Commissärs  spreche.
So  viele  Mühe  ich  mir  gegeben  habe,  war  ich  doch  nur  im
Stande  von  zweien  etwas,  das  den  Schein  einer  guten  Handlung
hat,  aufzufinden.  Einer  unterließ  die  Stadt  mit  Requisitionen  zu
quälen.  Er  wurde  an  diese  Unterlassung  erinnert  und  daß  er
sein  Amt  nicht  wie  seine  Vorfahrer  verwalte.  Eh  bien!  sagte  er
scherzend,  um  der  Consequenz  willen  und  zur  Ehre  meines
Amts  will  ich  ein  kleines  Serail  für  meinen  Neffen  in  Requisition
setzen.
Ein  andrer  Commissür  ertheilte  den  Landleuten,  (was  seit
der  Feindserklärung  nicht  mehr  geschehen),  sogenannte  Lon8  über
            
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