Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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aus  welchen  Classen  von  Menschen  gegenwärtig  die  französischen
Armeen  zusammengesetzt  sind.  Leute  aus  allen  möglichen  Ständen,
Gerichtspersonen,  Sachwalter,  Notarien,  Kaufleute,  Fabrikanten,
Banquiers  u.  s.  w.,  bei  welchen  man  Erziehung  unb  mildere  Sitten,
als  der  Soldatenstand  sonst  erzeugt,  voraussetzen  darf.  Hierzu
kommt  noch,  daß  die  meisten  derselben  wider  Willen,  theils  aus
wirklichem  Zwang,  theils  wegen  ihrer  persönlichen  Sicherheit,  theils
zur  Sicherheit  ihres  eignen  und  des  Vermögens  ihrer  Familien
den  Soldatenstand  ergriffen  haben;  daß  Tausende  unter  ihnen
bereits  erlittenes  Unglück,  gänzlicher  Umsturz  ihres  Glücksstandes,
der  Tod,  oft  der  schmachvolle  Tod  ihrer  Freunde,  ihrer  Brüder,
ihrer  Eltern  tief  gebeugt  und  ihr  Herz  zur  Mitempfindung  der
Leiden  ihrer  Nebenmenschen  gestimmt  haben.  Ich  versichere  Sie,
mein  Freund,  ich  habe  oft  auf  einige  Zeit  eigenes  Elend  vergessen,
das  ihrige  beklagt  und  meine  Thränen  mit  den  ihrigen  vermischt.
Wer  hätte  sich  auch  des  Mitleids  enthalten  können,  wenn  man  so,
wie  mir  geschah,  einen  seiner  ehemaligen  Jugendfreunde  in  dem
elendesten  Zustande,  zerrissenen  Kleidern,  voller  Ungeziefer,  ausgehungert,
  schon  wochenlang  unter  freiem  Himmel  campirend  antraf
und  dabei  witßte,  daß  er  die  ehrenvolle  Stelle  eines  Advocat
général  bei  einem  Parlament  bekleidet  hatte,  Besitzer  eines  Vermögens
  von  60  000  Livres  jährlicher  Einkünfte  war  und  dereinstiger
Erbe  eines  noch  dreimal  größern  werden  sollte,  der  dies,  eine
zärtlichgeliebte  Gattin  und  4  Kinder  verlassen  mußte  um  alle  Gefahren
  und  Mühseligkeiten  des  Kriegs  §u  ertragen.
Wem  würden  seine  Thränen  nicht  geflossen  sein  bei  der  Erzählung
  eines  Lyoners,  welcher  auf  die  Nachricht  von  der  Einnahme
seiner  Vaterstadt  und  den  Grenelseeuen,  welche  in  solcher  aufgeführt
wurden,  von  der  Armee  dahin  eilte,  in  der  Hoffnung  seine  Eltern,
Brüder,  Verwandten  und  Freunde  zu  umarmen  und  vielleicht  durch
seine  Verdienste  ums  Vaterland,  durch  seine  Wunden,  die  er  für
solches  erhalten  und  wodurch  er  sich  einen  ehrenvollen  militärischen
Rang  erworben  hatte,  einem  oder  dem  andern  derselben  nützlich  zu
sein,  und  bei  seiner  Ankunft  fand,  daß  seine  70  jährige  Mutter
in  ihrem  Hause  ermordet,  sein  82  jähriger  Vater  und  2  Brüder
den  Tag  vorher  unter  dem  Mordeisen  der  Guillotine,  gefallen  und
            
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