Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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Ehrmann,  Volksrepräsentant  bei  der  Rhein-  und  Moselarmee,  an
den  N.  C.  Saarbrücken  den  5ten  Nivose,  im  zweiten  Jahr  der
einen  und  untheilbaren  Republik.

Ich  liebte  6  Jahre  lang  eine  junge  Republikanerin.  Ihre
Tugend,  ihr  Verstand  und  ihre  Talente  hätten  mich  zum  glücklichsten
  Sterbenden  gemacht.  Unglückliche  Umstände  raubten
mir  diesen  Schatz.  Ihre  Hand  gehört  jetzt  einem  Glücklichern
als  mir.  Wir  lieben  uns  noch  wie  Bruder  und  Schwester.
Mein  Porträt  hat  sie  behalten,  aber  ihr  feines  Gefühl  erlaubte
ihr  nicht  auch  meine  Uhr  mit  der  Kette  zu  behalten.  Auf  der
Uhr  steht  ihr  verzogener  Name,  sie  behalte  ich.  Jede  ihrer
Minuten  wird  dem  Menschen  eine  Epoche  seines  Glücks,  dem
Bürger  eine  seiner  Pflichten  zurückrufen.  Meine  goldene  Kette
bringe  ich  zum  Hochzeit-Geschenk  dem  beständigsten  und  treuesten
Liebchen  auf  der  Welt,  der  französischen  Republik,  dar.
Ehrmann  in  der  Stunde  meiner
Abreise  nach  Straßburg.
P.  8.  Wo  mir  recht  ist,  habe  ich  noch  zu  Paris  einige
goldene  Cadaver  mit  Capets  Stempel;  kann  ich  sie  finden,
so  will  ich  sie  im  National-Schmelztiegel  begraben.

Sein  Wahnsinn  mag  wahr  oder  erdichtet  sein,  so  ist  er
allemal  damit  gestraft,  doch  bei  weitem  nicht  so  sehr  als  er's  verdienet
  hat.  Wahrscheinlich  ist  er  das  letztere,  und  daß  Ehrmann
  dadurch  sucht  der  Rechenschaft  über  seine  Handlungen
und  Erpressungen  überhoben  zu  sein.  Denn  wahrscheinlich  ist  er,
so  sehr  man  von  den  jetzigen  Machthabern  alles  Schändliche  erwarten
  darf,  doch  nicht  zu  allen  autorisirt  gewesen,  und  letztere

von  Ehrmann  sagen  mußte,  will  ich  auch  den  Lesern,  welchen  dieser  merkwürdige
  und  galante  Brief  von  diesem  Manne,  an  dessen  Händen  unschuldiges
Blut  klebte,  vielleicht  unbekannt  geblieben  ist,  solchen  mittheilen  und  noch  dies
bemerken,  daß  der  größte  Theil  des  National  -  Convents  selbst  denselben  mit
lautem  Lachen  anhörte.
            
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