Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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Kleinigkeit  geschildert,  und  stellen  Sie  sich  vor,  mein  Freund,  was
wir,  die  wir  1100  Leicht-  und  wenigstens  350  Wagen  Schwerblessirte
  und  doch  nur  den  dritten  Theil  Aller  gesehen  und  beherbergt
  hatten,  für  Augen  machten,  als  wir  in  vielen  Journalen
einen  Bericht  lasen,  welchen  die  Repräsentanten,  sub  dato  Saarbrücken
  den  3ten  December,  verfertigt  und  mit  ihren  ehrwürdigen
Namen  unterschrieben  hatten,  nach  welchem  der  Verlust  der  Franzosen
  an  Todten  und  Blessirten  nicht  einmal  300  Mann  betrug,
und  welcher  durch  mehr  als  doppelt  größern  Verlust  der  Feinde
und  Eroberung  einiger  Artillerie  hinlänglich  vergütet  sein  sollte.
Vermuthlich  haben  sie  also  ihre  verlassenen  und  wieder  erhaltenen
Kanonen  nicht  mit  Unrecht  —  als  erobert  von  dem  Feind  angesehen.
  Ueberdies  wurde  den  Soldaten  unter  der  Hand  zu  verstehen
  gegeben,  daß  der  Hauptangrifs  nicht  gegen  die
furchtbaren  und  furchtbar  verschanzten  Preußen,
sondern  gegen  die  Kaiserlichen,  welche  bisher  durch  vielfältige
  Scharmützel  unaufhörlich  beunruhigt  und  geschwächt  wären,
gemacht  werden  würde.  Diese  Mittel  haben  ihre  Wirkung
nicht  gänzlich  verfehlt,  besonders  das  erste,  welches  dem  ermüdeten
und  des  Kriegs  müden  Soldaten  baldige  Ruhe  im  Prospect  zeigte.
Doch  sehen  viele  diesen  Gang  als  Gang  in  den  Tod  an  und  verbergen
  diese  Gesinnung  nicht,  welche  besonders  unter  den  Offiziers
fast  allgemein  ist.  Viele  dieser  Letztern  haben  das  Beste,  was
sie  besitzen,  bei  ihren  Bekannten  hier  hinterlegt  und  solches  an
ihre  Weiber  oder  Verwandten  addressirt,  welchen  es,  im  Fall  sie
bleiben  würden,  zugesendet  werden  soll.
Seit  einigen  Tagen  marschiert  die  Verstärkung  von  der  Ardennenarmee
  hier  durch,  meist  schöne  Leute  von  kriegerischem  Ansehen.
  Der  letzte  Kamps  wird  nun  beginnen,  dem  wir  mit  banger
Erwartung  entgegen  sehen,  da  er  auch  unser  Schicksal  wenigstens
auf  ein  Jahr  entscheidet.
Unsre  Erwartung  ist  nicht  ohne  bange  Ahndung,  da  wir,  was
selbst  Männer  von  militärischen  Kenntnissen  unter  den  Franzosen
thun,  das  Vertheidigungs-System  der  Deutschen  nicht  billigen,  und
da  wir  das  französische  Ungestüm  im  Angriff  und  die  Verschwendung
            
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