Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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langem  Suchen  fand  man  die  Artilleriepferde  zu  Saarbrücken,  und
diese  gingen  zurück  und  holten  die  Kanonen  und  Wagen  ab.
Dieser  unvermuthete  Fund  zeigte  aber  den  Franzosen  wieder  ein
neues  Bedürfnis,  dem  sie  abhelfen  mußten,  den  Mangel  an  Munition.
  36  Wagen  wurden  postmäßig  nach  den  nahgelegenen
Festungen  Metz,  Saarlonis  und  Thionville  abgesendet  um  Munition
  zu  holen,  aber  in  allen  diesen  konnten  nur  8  beladen  werden,
die  übrigen  mußten  leer  zurückkehren,  welches  die  Muthlosigkeit
der  Soldaten  und  der  Chefs  vermehrte,  zumal  da  der  Mangel  an
Lebensmitteln,  welche  in  den  ersten  Tagen  verschwendet  wurden,
immer  großer  ward.  Zwar  wurde  jeder  Citoyen  angehalten  seinen
Frucht-  und  Mehlvorrath  in  das  Magazin  bei  Lebensstrafe  abzuliefern,
  und  jeder  Hausvater  bekam  täglich  für  jeden  Kopf  seiner
Familie  eine  Ration  von  einem  halben  Pfund  Brod,  allein  diese
Maaßregel  gab  nur  für  kurze  Zeit  Hülfe  und  vermehrte  das  Mißvergnügen.

Dies  war  die  Geschichte  der  Niederlage  bei  Lautern  und  ihrer
Folgen  bei  den  Franzosen  in  den  ersten  8  bis  10  Tagen.  Als
aber  von  allem,  was  sie  mit  gutem  Grund  erwarten  konnten  und
befürchtet  hatten,  nichts  geschah,  als  die  Deutschen  statt  die  flüchtige
  französische  Armee  zu  verfolgen  lind  gänzlich  aufzureiben  oder
sie,  die  sich  aus  Muthlosigkeit  und  Mangel  an  Lebensmitteln  und
Munition  in  vertheidignngslosem  Stande  befand,  in  ihrer  neuen
Stellung  anzugreifen,  nicht  einmal  eine  Escadron  Husaren  zur
Verfolgung  oder  Recognoscirung  nachschickten,  nicht  einmal  die  verlassene
  Artillerie  entdeckten  und  wegnahmen  und  überhaupt  nicht
die  mindeste  Bewegung  vorwärts  machten,  da  sing  den  Franzosen,
wenigstens  den  Repräsentanten  und  Chefs,  der  Muth  wieder  an
zu  wachsen,  und  es  schien  ihnen  keine  Unmöglichkeit  mehr  zu  sein
den  erlittenen  Schimpf  und  Verlust  wieder  auf  eine  andere  Art
zu  tilgen.  Jenen,  welche  durch  eine  Etourderie  solchen  größtentheils
  veranlaßt  hatten,  war  natürlicher  Weise  am  meisten  daran
gelegen.  Die  ungestörte  Annäherung  einer  Verstärkung  von  20  O00
Mann  vortrefflicher  Truppen  von  der  Ardennenarmee  erhöhete
ihre  Hoffnungen.  Am  9ten  dieses  wurde  in  Bitsch  ein  großer
Kriegsrath  gehalten,  dem  nicht  nicht  nur  die  Repräsentanten  und
            
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