Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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Zu  verfertigen.  Ich  lege  Ihnen  ein  Exemplar  hierbei  (Beilage  3),
welches  ich  mit  einigen  Anmerkungen  begleiten  will.
Ihnen  ist  ans  meinen  vorigen  Briefen  bekannt,  daß  die  gesammten
  Unterthanen  des  Fürsten  von  Saarbrücken  mit  Ausschluß
des  Oberamts  Harskirchen  in  der  Grafschaft  Saarwerden  ihrem
Landesherren  getreu  und  deutsche  Bürger  geblieben  sind,  so  wenig
es  die  Republikaner  an  Versprechungen  und  Drohungen  fehlen
ließen  um  sie  zur  Untreue  Zu  vermögen.  Daß  nicht  einige  unruhige
  Köpfe,  Leute  von  zerrütteten  Vermögens-Umständen,  den
Franzosen  hätten  anhängen  sollen,  war  nicht  zu  erwarten,  und
der  Fall  existirte  wirklich,  unter  andern  auch  in  Bübingen,  welches
an  Lothringen  zunächst  grenzet.  Da  aber  die  Deutschgesinnten
bei  weitem  das  Uebergewicht  hatten,  die  Franzosen  keine  einzelnen
Gemeindsglieder,  selbst  keine  Theile  von  Gemeinden  renniren  wollten,
  sondern  eine  gänzliche  Uebereinstimmung  verlangten,  so  mußten
die  sogenannten  Patrioten  bei  dem  besten  Willen  für  das  Gegentheil
  dennoch  Nassauische  Unterthanen  bleiben.
Nun  darf  ich  Ihnen  als  Mann  vom  Handwerk  nicht  erst  bemerken,
  daß  bei  Handlungen  Nassauischer  Unterthanen  gegen  Nassanische
  Unterthanen  kein  Verbrechen  gegen  die  französische  Republik
  denkbar  war  und  daß  also  das  ganze  Urtheil  ans  keinen
wahren  Grundsatz  gestützet  ist.
Aber  außer  diesem  sind  auch  die  in  solchem  bemerkten  Anschuldigungen
  völlig  falsch.
Der  Meyer  Jakob  Lohmüller  soll  den  Preußen,  bei  ihrer
Ankunft  den  20sten  Sept.  die  Liste  der  Bübinger  Patrioten
überreicht  haben.
Die  Preußen  oder  vielmehr  die  Sachsen  sind  erst  den
29sten  Sept.  in  Bübingen  angekommen,  also  9  Tage  später.
Lohmüller  wohnte  und  war  Meyer  in  Güdingen,  nicht  in  Bübingen,
  welches  unter  dem  Gerichtsmann  Valentin  Müller
stand.  Wie  sollte  er  also  dazu  gekommen  sein  eine  Liste  von
den  Patrioten  eines  andern  Dorfs  einzugeben,  und  wie  konnte
es  am  20sten  September  geschehen  sein?
Daß  er  sie  angegeben  habe  um  allein  alle  Frohndienste  zu
versehen.
            
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