Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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hat  also  nach  einem  2stündigen  Marsch  Rasttag  bei  uns  gemacht
und  alle  Bequemlichkeiten  z.  B.  gute  Betten  von  ihren  Wirthen
verlangt,  die  ihnen  nebst  allem,  was  sie  weiter  verlangten,  wie  Sie
wohl  denken  können  nicht  abgeschlagen  wurden.
Der  Himmel  weiß,  wie  es  uns  weiter  ergehen  wird.
So  unangenehm  es  ist,  so  will  ich  Ihnen  dennoch  um  Ihre
wahrscheinliche  Neugierde  zu  befriedigen  noch  eine  ganz  kurze  Beschreibung
  von  der  Guillotine  ambulante,  dem  Costume  der  Revolutions-Richter
  und  der  Armée  révolutionnaire  machen.  Die
Guillotine  ambulante  ist  mit  einer  feststehenden  völlig  einerlei,
nur  im  kleinen.  Das  Schaffot  ist  ohngefähr  14  Fuß  lang  und
8  breit  und  stehet  aus  einem  4  rädrigen  Wagen.  Eine  Treppe
liegt  darauf,  welche  bei  der  Hinrichtung  hinten  herabgeschlagen
wird.  Offiziers  und  Soldaten  der  Armée  révolutionnaire  sind
ans  verschiedenen  Truppen  -  Corps  ansgehoben,  und  nur  die  enragirtesten
  sogenannten  Patrioten  dazu  genommen  worden.  Sie
tragen  ihre  vorige  Uniform,  und  ihr  Unterscheidungszeichen  ist
ein  blutrother  Federbnsch  und  eine  Binde  gleicher  Farbe  um  den
linken  Arm.
Der  Anzug  der  Revolutions-Richter  ist  so,  wie  er  sich  für
dergleichen  Leute  schickt:  schwarze  Unterkleider  mit  rothen  Ausschlägen,
  über  diese  ein  langer  blutrother  Talar  mit  schwarzem
Futter,  Ausschlägen  und  Kragen,  ein  schwarzer  runder  Hut  mit
blutrothem  Federbusch  und  Band,  auf  der  Brust  an  einem
schwarz  und  rothen  Bande  eine  Medaille  mit  einer  Devise,  die
die  Mordsucht  dictirt  und  geprägt  hat,  la  mort  aux  aristoerates
et  aux  égoistes  konnte  ich  in  der  Geschwindigkeit  davon  lesen,
und  hierunter  kann  jedermann,  8i  placet,  begriffen  werden.  Nehmen
  Sie  noch  dazu  Gesichter  mit  ungeheuren  Schnurrbärten  und
Augen,  die  für  Mordlust  funkeln.  Nehmen  Sie  dazu,  daß  man
auf  ihren  Talaren  das  Blut  so  vieler  Unschuldigen  kleben  sieht,
und  welches  sie  wahrscheinlich  geflissentlich  darauf  kleben  lassen,
und  zweifeln  Sie  noch,  ob  der  Anblick  nicht  Todesschauer  über
uns  ansgießt.  Genug  für  heute,  die  Nacht  hat  bereits  ihr  Dunkel
über  uns  ausgebreitet,  deckt  die  heutige  Schandthat,  und  unter
ihrem  wohlthätigen  Schwarz  will  ich  unbemerkt  noch  einen  oder
            
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