Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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nichts  der  Freiheitsbaum  und  das  vive  lu  république  !  bei  diesen
durch  ihre  vermeintlichen  Siege  aufgeblasenen  Republikanern.  Was
man  ihnen  wohlthat,  war  —  Schuldigkeit,  —  war  weniger  als
sie  verdienten,  ihre  Danksagung  —  Grobheiten  und  Schläge.
Was  unverschlossen  ihnen  in  die  Augen  fiel,  wurde  entwendet,
verschlossene  Kramläden  mit  Gewalt  erbrochen,  und  die  Eigenthümer
  bedroht  und  mißhandelt.  Die  Infanterie  verließ  mit
republikanischer  Freiheit  bei  Tag  unb  Nacht  schaarenweis  das
Lager,  so  daß  mehrmals  nur  einige  hundert  Mann  in  solchem
verblieben,  und  verstreute  sich  in  den  umliegenden  Dörfern
und  den  Städten,  kaufte  in  diesen  in  den  Kramläden  Waaren,  bei
den  Fleischern  und  Bäckern  —  Lebensmittel,  bei  den  Wirthen  —
Wein  und  bezahlte  —  mit  einem  derben  Fluch,  einer  Ohrfeige
oder  einem  Säbelhieb.  Alis  den  Dörfern  betrugen  sie  sich  noch
ärger.  Dem  fürstlichen  Verwalter  und  dem  Pächter  zu  Louisenthal
  wurde  mit  dem  Säbel  an  der  Kehle  und  dem  Bajonett  auf
der  Brust  ihre  Baarschaft  abgedrungen,  und  als  sie  um  ihr  Leben
zu  retten  die  Flucht  ergriffen  hatten,  wurden  ihre  Habseligkeiten
geraubt.  Mehrere  Dorfleute  und  Bewohner  einzeln  stehender
Häuser  hatten  gleiches  Schicksal.  Besonders  war  zu  beklagen
wer  den  Volontairs  ohne  dreifarbige  Cocarde  am  Hut  begegnete.
Ohrfeigen  unb  Rippenstöße  waren  die  Buße  dieser  Unterlassungssünde.
  Derjenige  pries  sich  glücklich,  welcher  mit  wörtlicher  Beschinlpfung
  oder  damit  von  ihnen  los  kam,  daß  er  ihnen  für  zehnfachen
  Preis  eine  alte  Cocarde  abkaufte  und  solche  an  seinen  Hut
heftete.  An  Anzeigen  dieser  Schändlichkeiten  bei  den  Generals
Ligneville  und  Pülly  ließ  es  unsere  Obrigkeit  nicht  fehlen,  und
jene  eben  so  wenig  an  Vermahnungen  und  Verboten.  Allein  das
Wörtlein  gehorchen  scheint  in  der  französischen  Sprache  obsolet
geworden  zu  sein.  Wenigstens  schien  der  Erfolg  solches  zu  bestätigen.
  Doch  müssen  wir  den  guten  Willen  der  Generals  mit
Dank  erkennen,  so  wie  ich  auch  nicht  unbemerkt  lassen  kann,  daß
viele  Offiziers  und  gemeine  Soldaten  diese  Unordnungen  laut
mißbilligt  haben.
So  sehr  die  Republikaner  sich  bemühen  ihren  Vorfahren  und
sich  selbst  unter  der  königlichen  Regierung  unähnlich  zu  werden,
            
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