Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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brüderte  Blut  vieler  Tausend  Republikaner,  welches  sie  durch
ihren  Rückzug  hätten  sparen  können.  Der  Angriff  geschah  mit
aller  Wuth,  die  man  von  französischen  Truppen  erwarten  konnte.
Bei  Tage  mit  großem  Verlust  zurückgeschlagen,  lagen  sie  die
Nächte  unter  den  Todten  und  Verwundeten  auf  dem  Schlachtfeld,
ohne  Speise  und  Brod,  ihre  einzige  Nahrung  war  Brandewein,
welcher  ihnen  reichlich  ausgetheilt  wurde  und  ihre  Kräfte  unterhielt.
  Am  dritten  Tag  waren  diese  erschöpft  —  der  größte
Theil  ihrer  Artilleristen  getödtet,  ihre  Munition  gänzlich  verbraucht,
und  kein  Mittel  den  Abgang  zu  ersetzen.  Ein  Beweis,  daß  der
Angriff  von  Lautern  keinen  größern  Endzweck  hatte,  weil  sie  solchen,
wenn  ihre  Absicht  die  Deutschen  zu  delogiren  auch  erreicht  worden
wäre,  doch  wegen  diesem  wesentlichen  und  unersetzlichen  Mangel
hätten  aufgeben  müssen.
Ihr  Rückzug  war  eiue  förmliche  Flucht,  da  jedem  Individuum
die  Gefahr  des  Auswegs  vor  Augen  lag  und  seine  Füße,  so
lang  seine  erschöpften  Kräfte  aushielten,  beflügelte.  Allein  diese
hielten  nicht  lange  aus.  Der  übermäßige  Genuß  des  Brandeweins
und  der  Mangel  an  Speise  hatten  gänzliche  Entkräftung  und
Tod  zur  natürlichen  Folge,  und  nach  der  glaubhaftesten  Versicherung
  beträgt  die  Anzahl  derer,  welche  auf  den  Straßen,  dem  Feld
und  in  den  Gebüschen  und  Wäldern  mehrere  Stunden  vom
Schlachtfeld  entfernt  ohne  Wunden  todt  gefunden  wurden,  *)
wenigstens  ein  Viertheil  der  ganzen  Summe  der  Todten.  Diese
betrug  nach  den  Listen  nahe  an  6000  und  meistens  alte  Linientruppen.
  Vermuthlich  glaubten  die  Repräsentanten,  daß  deren
Blut  noch  nicht  ganz  republikanisch  und  also  weniger  an  ihnen
als  an  ächten  Sanskülotten  verloren  sei,  weswegen  jene  bei  dem
Angriff  zu  Lautern  immer  vorn  an  marschieren  mußten,  eine
Ehre,  die  sonst  letztem  zu  Theil  ward  und  welche  sie  auch  während
der  ganzen  Verfolgung  genossen  hatten.  Das  schöne  ehemalige

*)  Sie  hatten  alle  ihre  Gewehre  von  sich  geworfen,  aber  ihre  Tornister
mit  sich  geschleppt,  bis  sie  starben.  Und  in  den  meisten  derselben  fanden  die
Chasseurs  de  Rheims,  die  die  Arrieregarde  machten,  bei  der  Untersuchung  nichts
als  altes  Eisen,  welches  die  armen  Tröpfe  mit  nach  Haus  schleppen  wollten.
            
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