Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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deutsche  Zeitung  mehr  gesehen  haben.  Von  dem  deutschen  geraden
Character  sollte  ich  es  unterdessen  nicht  vermutheu.  Wenn  solches
aber  nicht  geschehen  ist,  so  können  Ihre  deutschen  Zeitungsschreiber
von  der  wahren  Lage  der  Sache  nicht  unterrichtet  sein,  da  weder
sie  noch  sonst  ein  Deutscher  leider!  diesseits  der  Lauterer  Nerschanzungen
  gekommen  ist.  Ich  zweifle  also  nicht,  daß  Ihnen  eine  Beschreibung
  dieser  Affaire  angenehm  sein  wird,  zumal  da  ich  Ihnen
für  deren  Authenticität  in  so  weit  bürgen  kann,  daß  ich  solche  aus
den  Berichten  von  vielen  Augenzeugen,  nicht  allein  von  Franzosen,
und  zwar  von  verschiedenen  politischen  Glaubensbekenntnissen,  sondern
  auch  von  glaubhaften  deutschen  Bürger  zusammengesetzt,  und
mitunter  auch  dahin  einschlagende,  unverwerfliche  Urkunden  einzusehen
  Gelegenheit  gehabt  habe.  Bei  dem  Rückzug  der  Deutschen
von  Saarbrücken  waren  drei  verschiedene  Parteien  unter  den
Franzosen.  Ein  Theil,  der  geringste  und  vernünftigste,  glaubte,
daß  solche  bei  dem  herrannahenden  Winter,  welcher  keine  weitere
Operationen  erlaubte,  und  bei  dem  Mangel  an  Lebensmitteln  in
dieser  Gegend  sich  zurückzögen  und  eine  concentrirtere  Stellung
wählen  würden.  Ein  anderer  Theil  glaubte,  daß  solche  die  Franzosen
  blos  aus  ihrer  Vortheilhaften  Stellung  weglocken  und  dieselben
  in  der  Entfernung  von  der  Stadt  Saarbrücken  an  einem
für  sie  vortheilhaftern  Ort  in  eine  Falle  führen  und  schlagen
wollten.  Und  endlich  der  dritte  und  größte  Theil  glaubte,  daß
die  Preußen  taut  de  bon  abmarschiert  seien  und  eines  Gangs
nach  Berlin  zurückkehren  würden.  Diese  Meinung  war  ihnen  in
den  letztem  Wochen  der  Saarbrücker  Bloquade  theils  durch  die  französischen
  Flugblätter,  meistentheils  aber  durch  die  Galgenphysiouomien,
freilich  damals  nur  um  ihren  Muth  empor  zu  halten,  beigebracht
worden,  welche  von  nichts  anders  als  von  Disharmonie  und
nahem  Kriegsausbruch  zwischen  dem  Kaiser  und  König  in  Preußen
und  von  ausgebrochener  Rebellion  oder  vielmehr  Jnsurrection  in
ihren,  besonders  des  letzten  Staaten,  von  Freiheitsbäumen,  die  in
Berlin  und  Potsdam  gepflanzt  seien,  sprachen.
Mit  diesen  verschiedenen  Gesinnungen  reisten  sie  von  Saarbrücken
  ab  den  Preußen  nach,  und  die  Truppen,  welche  aus  der
Gegend  von  Saargemünd  zu  ihnen  stießen,  traten  nach  Belieben
            
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