Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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sei,  als  sie  hörten,  daß  die  Armee  die  dortige  Gegend  ganz  verlassen
  habe,  als  endlich  ein  Theil  der  Truppen  in  dem  elendesten
Zustand  hier  ankam,  indem  mehrere  Bataillons  nur  aus  einigen
100,  eins  derselben  nur  aus  60  Mann  bestand,  und  aus  allen
Furcht  und  Verzweiflung  sprach,  da  fiel  ihnen  der  Muth  völlig,
und  sie  dachten  auf  die  baldige  Abreise.  Um  solche  bestmöglichst
zu  decken,  wurden  in  dem  engen  Passe  zwischen  Scheid  und  St.
Ingbert  ein  Verhack  gemacht  und  die  Chaussee  abgegraben,  dann
aber  die  Bagage  gepackt  und  die  vorräthigen  Früchte  in  dem  Magazin
  aufgefaßt,  und  so  alles  zur  Abreise  bereitet.
Es  war  nicht  zu  erwarten,  daß  diese  geschehen  würde,  ohne
noch  bei  uns  alles,  was  möglich  war,  mitzunehmen.
Außer  den  Strohsäcken  und  Bettüchern,  welche  wir  bei  militärischer
  Executiou  für  die  Verwundeten  liefern  mußten,  wurden
am  4ten  alle  Hacken,  Aexte  und  Beile  bei  Todesstrafe  von  uns
gefordert.  Am  5ten  mußten  wir  1800  Fruchtsücke  bei  nämlicher
  Strafe  liefern.  Vorgestern  wurde  alles  an  den  Usern  der
Saar  befindliche,  den  hiesigen  Handelsleuten  gehörige  Holländerholz,
  welches  an  Werth  100  000  Thaler  betragen  mag,  in  Requisition
  gesetzt,  in  die  Saar  eingeworfen  und  nach  Saarlouis  geflößet.
  Raubbegierde  hatte  den  Repräsentanten  so  sehr  verblendet,
daß  er  nicht  einsah  und  aller  Vorstellungen  ungeachtet  nicht  begreifen
wollte,  daß  den  Festungswerken  in  Saarlouis  der  unersetzlichste
Schaden  zugefügt  werden  könnte,  wenn  die  Saar  durch  einen
Regen  anwachsen  und  dieses  Holz  mit  Ungestüm  gegen  solche
antreiben  sollte.
Da  Ehrmann  dafür  hielt,  daß  auch  wir  an  dem  Trübsal
der  Republik  Antheil  nehmen  und  wenn  das  Herz  nicht  trauren
wollte,  dieses  doch  der  Magen  thun  sollte,  so  wurde  gestern  den
hiesigen  Bäckern  bei  Todesstrafe  verboten  das  Geringste  an  Backwerk
  oder  weißem  Brod  zu  backen  und  zu  verkaufen.  Um  aber
auch  einige  frohe  Herzen  wieder  zu  machen  wurden  den  Handelsleuten
  ihre  Bücher  zurückgegeben.
Dagegen  aber  hatten  wir,  Priester  der  Göttin  der
Gerechtigkeit  und  alle  wahren  Patrioten  einen  empfindlichen
Schmerz,  da  die  französische  Raubbegierde,  welche  Schloß  und
            
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