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zahlt worden sind, daß aber einige Tage nachher, vermuthlich um
einen Betrug zu decken, nochmals nicht Ein sondern außer den
bezahlten 100 000 Livres Strafe noch weitere 200 000 Livres in
Assignaten als einstweilige Kriegsstener von dem Magistrat bezahlt
werden mußten, und beim 4 u. 5ten, daß diese Untersuchung
dem Repräsentanten wenig Mühe machen wird, da es ihm, wenn
nur das Geld geschafft wird, einerlei und keine Frage mehr darüber
ist, wer zu solchem, ob Arme oder Reiche, beigetragen hat.
Diese 323 000 Livres haben Ehrmann noch nicht gesättigt.
Er hat noch einen neuen Kunstgriff erdacht um die Republik zu
bereichern und einen Theil unsrer Einwohner ärmer zu machen.
Unsre Kaufleute und Krämer stehen mit den Frankfurtern in
starkem Verkehr, und da jene Waaren von diesen beziehen, so sind
sie gewöhnlich beträchtliche Summen an dieselben schuldig. Nun
ließ Ehrmann die hiesigen Kaufleute zu sich kommen und befahl
ihnen bei Todesstrafe in einem kurzen Zeitraum alle Posten,
welche sie an die Frankfurter Kaufleute schuldig seien, anzugeben
und sodann zu bezahlen, weil solche auf Abschlag der von den
Frankfurtern noch restirenden Summe der Cnstinischen Brandschatzung
angenommen werden sollten. Diesem fügte er die fürchterlichsten
Drohungen bei, im Fall sich einer oder der andere beigehen
lassen würde etwas zu verhehlen oder durch einen Rechnnngspfiff
die Republik in ihrer gerechten Forderung zu fährden;
wobei er die Versicherung hinzusetzte, daß er im Stande sei sowohl
hier in der Stadt die Wahrheit zu ergründen, als auch
durch seine Freunde*) in Frankfurt hinter solche zu
kommen, und dann sollte die Todesstrafe dem Verhehler unausbleiblich
sein. Nun war freilich den Kaufleuten nichts anders
übrig, so gern sie den Schaden von ihren Frankfurter Handelsfreunden
abgewendet hätten, als die Wahrheit zu bekennen und
die Schuldposten zu bezahlen. Diese betrugen eine Summe von
95 000 Livres, um welche wir jetzt ärmer gemacht sind. Genug
für heute. Möge Ehrmann so satt sein zu rauben als ichs bin
seine Räubereien zu beschreiben! Leben Sie wohl!
*) Nach dem Elsaßer Sprachgebrauch ist Freund und Verwandter
synonym.