Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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fortzusetzen  standhaft  verweigerten.  Am  ersten  mit  einbrechender
Nacht  kam  die  Nachricht,  daß  die  Deutschen  abmarschiert  seien.  Diese
schien  begründet,  weil  während  dem  Tag  die  Zelte  im  preußischen
Lager  sich  merklich  vermindert  hatten  und  Abends,  so  viel  man  bei
dem  starken  Regen  wahrnehmen  konnte,  gänzlich  verschwunden  waren.
General  Vincent  war  mit  allen  vieren  in  den  Lüften  um  dem
fliehenden  Feind  seinen  Heldenmuth  zu  beweisen.  Alles,  was  an
Cavallerie  vorhanden  war,  mußte  aufsitzen,  eine  beträchtliche  Anzahl
Infanterie  das  Gewehr  ergreifen,  und  nun  gings  im  Galopp  und
Lauf  nach  dem  preußischen  verlassenen  Lager  zu.  Aber  siehe  da!
die  Preußen  waren  nicht  weggelaufen.  Ein  fürchterliches  Kanonenfeuer
  bewies  sehr  fühlbar  ihre  Anwesenheit,  Vincent,  einer  der
vordersten  beim  Ausrücken,  war  beinahe  das  Opfer  davon,  aber  auch
einer  der  ersten  beim  Zurückstürzen  in  die  Stadt  und  schwur  ins
künftige  keinen  Spionen  mehr  zu  trauen  sondern  selbst  nachsehen
zu  lassen.  Hätte  er  dieses  vorher  gethan,  so  würde  er  gefunden
haben,  was  wir  den  andern  Morgen  sahen,  daß  die  Deutschen  wegen
der  kalten  und  regnerischen  Witterung  sich  Erdhütten  gebauet,  in
diese  eingezogen  waren  und  nun  die  Zelte  abgebrochen  hatten.

den  2ten  November.
Ein  Auftritt  einer  neuen  Art  beschäftigt  unsre  Aufmerksamkeit.
Bei  den  Franzosen  herrscht  Brodmangel.  Das  Brod  für  die
Truppen  wird  schon  seit  einiger  Zeit,  seitdem  nämlich  gar
kein  Mehl  und  Getreide  mehr  in  Saarlouis  vorhanden
  ist,  von  Metz  hieher  gebracht.  Bereits  vorgestern  sollten
die  Brodwagen  eintreffen,  sie  kamen  aber  nicht.  Gestern  wurden
sie  gewiß  erwartet,  aber  vergeblich,  welches  schon  ein  großes  Mißvergnügen
  unter  den  Franzosen  erregte,  das  sie  aber  aus  Patriotismus
  nur  unter  sich  äußerten.  Als  aber  heute  die  auf  Recognoscirung
  ausgeschickten  Ordonnanzen  die  Nachricht  brachten,  daß
die  Brodfuhren  noch  nicht  in  St.  Avold  angekommen  seien,  brach
das  Mißvergnügen  allgemein  aus.  Der  Hunger  vertrieb  die  Scham
und  den  Patriotismus.  Nun  liefen  die  armen  Teufel  in  den
            
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