Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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dm  23sten  Oktober.
Heute  haben  die  Franzosen  wieder  einen  Angriff  gemacht;  ihre
Absicht  soll,  wie  sie  sagen,  gewesen  sein  die  Deutschen  aus  ihren
Stellungen  bei  Fechingen  und  Güdingen,  wo  die  braven  Sachsen
ihre  Stellung  haben,  wegzulocken  und  dann  den  Hallberg  oder
LIoupIai8ir  anzugreifen;  allein  die  Deutschen  blieben  stehn,  und
die  Franzosen  gingen  nicht  über  die  Saar,  sondern  ziemlich  eilfertig
  wieder  zurück.  Wahrscheinlicher  ist,  daß  es  nur  eine  fausse
attaque  gewesen  und  der  Hauptangriff  bei  Saargemünd  geschehen
ist,  von  woher  wir  eine  heftige  Kanonade  hörten.

den  24sten  Oktober.
Der  Mangel  an  Fourage  ist  außerordentlich  groß  bei  den
Franzosen,  die  Vorposten  füttern  öfters  ihre  Pferde  mit  Laub:
aus  dem  Innern  kaun  aus  Mangel  der  Fuhren  nichts  gebracht
werden,  deswegen  haben  wir  heute  nochmals  beinahe  den  ganzen
Rest  unsers  übrig  gebliebenen  Vorraths  liefern  müssen.  Der
Schmerz  hierüber  ist  unbeschreiblich,  und  man  verbirgt,  da  unsre
Existenz  jetzt  beinahe  blos  von  dem  Leben  unsrer  Kühe  durch  ihre
Milch  abhängt,  mit  eben  der  Sorgfalt,  die  man  sonst  auf  die
besten  Effecten  wandte,  ein  wenig  Heu  vor  den  französischen  Augen,
so  wie  man  schon  vor  einiger  Zeit  den  kleinen  Ueberrest  der
Früchte  in  Schränket!  und  Betten  verbarg  um  wenigstens  auf
einige  Wochen  dem  Hungertod  zu  entweichen.  Dabei  haben  wir
heute  den  leidigen  Trost  gehabt  das  Elend,  welches  in  Frankreich
herrschen  muß,  personificirt  zu  erblicken.
Es  kam  ein  Husarenregiment  hier  aus  dem  Innern  von  Frankreich
  an,  welches  alles  übertraf,  was  wir  bis  jetzt  noch  gesehen
hatten.  Es  bestand  ans  den  kleinen  Resten  verschiedener  Regimenter,
welche  zu  den  Deutschen  übergegangen,  geblieben  oder  gefangen
genommen  waren,  und  einigen  Recruten.  Ein  Theil  hatte  Pferde,
und  diese  waren  degenerirte  Abkömmlinge  von  Rosinanten  magern
Andenkens.  Alle  Kleidungsstücke  waren  so  zerrissen,  daß  sie  im
eigentlichsten  Verstände  ihre  Scham  nicht  damit  zu  bedecken  ver-
            
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