Full text : Die Franzosen in Saarbrücken und den deutschen Reichslanden im Saargau und Westrich

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mehr  übrig,  alle  Bäume  und  Hecken,  alles,  was  nur  verbrennbar
ist,  ist  weggehauen.  Die  Gartenmauern  und  Häuser  sind  theils
aus  militairischer  Vorsicht  theils  aus  Muthwillen  niedergerissen,
sogar  einzelne  Steine  und  Thürpfosten  zertrümmert.  Unsre  schönen
Gärten  sind  vernichtet,  niemand  weiß,  wo  sein  Eigenthum  ist.
Die  Deutschen  scheinen  mit  den  Franzosen  in  unsrer  Beraubung
  zu  wetteifern.  Nur  gehen  sie  mit  mehrerer  Ordnung  zu
Werke.  Statt  daß  jene  einzeln  in  den  Gärten  und  im  Felde
herumkriechen  und  Nahrung  suchen,  gehen  diese,  wie  wir  aus  unsern
Dachfenstern  sehen  können,  kompagnieweise  in  unsre  Kartoffelfelder,
welche  wir  unter  ihrem  Schutz  sicher  glaubten  und  leeren  solche
aus,  die  einzige  Hoffnung,  die  uns  noch  übrig  war.

den  löten  Oktober.
Hettte  hatten  wir  einen  Auftritt,  welcher  wenigstens  ein  friegerisches
  Ansehen  hatte.  Schon  gestern  Abend  war  eine  große  Bewegung
  unter  den  Franzosen.  Eine  starke  Anzahl  marschierte  in
der  Dunkelheit  ab,  und  die  zurückgebliebenen  rüsteten  sich  zuni
Kampf.  Es  gibt  wenig  Geheimnisse  mehr  bei  den  Franzosen,  denn
es  wäre  widersinnig,  wenn  der  Citoyen  défenseur  de  la  liberté
nicht  die  Freiheit  haben  sollte  zu  fragen,  wo  man  ihn  hinschicken
wolle  und  was  der  Endzweck  des  Marsches  sei,  und  wenn  man
ihm  die  Antwort  verweigert,  zu  gehen  oder  zu  bleiben,  alles  nach
Belieben.  Und  so  war  es  kein  Wunder,  daß  wir  noch  gestern  erfuhren,
  daß  General  Delaunay  heute  früh  die  Deutschen  in  der
Gegend  von  Saargemünd  angreifen,  General  Vincent  aber  hier
eine  Fausse-attaque  machen  würde  um  die  hiesigen  Deutschen  zu
verhindern  jenem  Posten  zu  Hülse  zu  kommen.  Hätten  wir  diese
Nachricht  nicht  gehabt,  so  würden  wir  allerdings  hier  erwartet
haben  mehr  als  ein  Spaßgefecht  zu  sehen,  denn  Vincent,  der  sich
zum  erstenmal  in  der  Generalsuniform  zeigte  und  sich  wie  ein
Pfau  spreizte,  machte  eine  wahre  Heldenmiene,  und  außer  den
zahlreichen  Patronen  wurde  den  Soldaten  auch  das  allmächtige
Stimulans,  der  Branntwein,  in  reichem  Maaße  ausgetheilet.
            
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